Zwischenbilanz
Medion schrammt an roten Zahlen vorbei

Der als Aldi-Hoflieferant bekannte Essener Elektronikhändler Medion hat auch im zweiten Quartal bei Umsatz und Ergebnis verloren. Dem Management ist der Optimismus dennoch nicht vergangen.

HB DÜSSELDORF. Operativ sank der Gewinn im zweiten Quartal von 6,0 auf nur noch 0,6 Mill. Euro, wie das im Kleinwerteindex SDax notierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ein Nettoergebnis fürs Quartal nannte Medion nicht. Der Umsatz schrumpfte von 499,0 auf 364,1 Mill. Euro. Als Grund nannte Medion die schwache Nachfrage im In- und Ausland sowie den Verzicht auf margenschwaches Geschäft. Auch der Preisverfall schmälere den Umsatz.

Ungeachtet dessen übte sich Finanzvorstand Christian Eigen in Optimismus. „Das zweite Quartal zeigt, das Medion bei der Reorganisation planmäßig voran kommt. Insbesondere auf der Kostenseite sind Fortschritte zu erkennen“, erklärte er.

Im kompletten ersten Halbjahr brach der Nettogewinn um mehr als drei Viertel auf 2,2 Mill. Euro ein nach 10 Mill. vor einem Jahr. Das operative Ergebnis sank von 18,5 auf 4,7 Mill. Euro. Der Umsatz reduzierte sich von 1,1 auf 0,8 Mrd. Euro.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand die Einschätzung, dass der Umsatz von 2,53 auf 2 Mrd. Euro schrumpfen werde. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern soll zwischen 1,0 und 1,5 Prozent liegen. Die Kostensenkungen kämen erst mittelfristig zum Tragen, sagte der Finanzchef. Nach wie vor belasteten die breite Produktpalette und die in Folge angestiegenen Service-Kosten.

Zeit der langen Schlangen bei Aldi ist vorbei

Medion bekommt seit Jahren die Konsumflaute in Deutschland zu spüren. Hinzu kommt die zunehmende Marktsättigung etwa bei Computern. Die Zeiten langer Schlangen bei Aldi wegen eines Medion-Computers sind längst vorbei. Zu hohe Kosten und schwache Renditen sind die Folge. Im Zuge des Konzernumbaus verabschiedet sich Medion inzwischen von Randbereichen, die zu wenig abwerfen. Die Firma will sich stärker auf Computer und Fernseher, mobile Navigationsgeräte, Fotoservices und Mobilfunk konzentrieren.

In Deutschland sank der Umsatz im zweiten Quartal von 333 auf 260 Mill. Euro und im europäischen Ausland von 141 auf 86 Mill. Euro. Während Medion vor allem in den Niederlanden, England und Frankreich zurükstecken musste, gewann das Unternehmen in Spanien Kunden hinzu.

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