Zwischenbilanz
Milliardenzukauf rechnet sich für Post

Für die Deutsche Post ist es ein gelungener Start ins Jahr. Das erste Quartal lief dermaßen gut, dass das Unternehmen die Jahresprognose anhob. Der milliardenschwere Zukauf des britischen Logsitikers Exel hat sich damit bereits bezahlt gemacht. Doch ganz makellos ist die Zwischenbilanz nicht.

HB DÜSSELDORF. Die Post sei gut in das neue Geschäftsjahr gestartet, betonte Finanzchef Edgar Ernst bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal am Dienstag. „Besonders positiv macht sich der zusätzliche Schub durch die Exel-Übernahme bemerkbar“, hob er hervor. Der operative Gewinn (Ebit) sei von Januar bis März um 4,2 Prozent auf 917 Mill. Euro gestiegen. Der Konzerngewinn kletterte von 459 auf 482 Mill. Euro. Durch die Exel-Übernahme und organisches Wachstum erhöhte sich der Umsatz um 40,7 Prozent auf 14,8 Mrd. Euro.

Analysten hatten einen operativen Ertrag von 916 Mill. Euro und einen Überschuss von 490 Mill. Euro bei einem Umsatz von 13,7 Mrd. Euro erwartet. Die Post lag mit ihrem Gewinn damit im Rahmen der Erwartungen, beim Umsatz übertraf sie sie deutlich.

Für das Gesamtjahr 2006 hob der Konzern seine Prognose an. Die Post erwarte nun ein Ebit von mindestens 3,9 Mrd. Euro. Grund seien Änderungen in der Bilanzierung. Die Post bewerte die Exel-Pensionsverpflichtungen anders als bislang, was zu einem positiven Ergebniseffekt von rund 200 Mill. Euro führte. Bislang hatte die Post einen operativen Gewinn von mindestens 3,7 Mrd. Euro angepeilt. Der Umsatz soll bei rund 60 Mrd. Euro liegen. Auch seine Langfrist-Prognose bis 2009 hob der Konzern um 200 Mill. Euro auf mindestens 5,2 Mrd. Euro an.

Die Post hatte den britischen Logistikkonzern Exel 2005 für 5,5 Mrd. Euro geschluckt. Durch den Zukauf ist die Post mit jetzt weltweit rund 500 000 Mitarbeitern zum größten privaten Arbeitgeber Deutschlands und zum siebtgrößten weltweit aufgerückt.

Der um Exel verstärkte Bereich Logistik erreichte im ersten Quartal einen Umsatz von 5,0 nach 1,7 Mrd. Euro. Das Ebit kletterte von 66 auf 154 Mill. Euro. Einen operativen Verlust von 37 Mill. Euro meldete der Konzern dagegen im Express-Geschäft, nachdem der Bereich vor Jahresfrist noch ein Ebit von 77 Mill. Euro ausgewiesen hatte. Die Entwicklung sei auf das Amerika-Geschäft zurückzuführen, das noch unter den Kunden- und Umsatzverlusten aus dem Vorjahr leide. Amerika mit den starken Wettbewerbern DHL und Fed-Ex ist seit einiger Zeit das Sorgenkind des Konzerns und soll erst 2009 aus den roten Zahlen kommen.

Zugleich musste die Post im ersten Quartal in Deutschland die ab Januar geltende Portosenkung bei manchen Briefarten verkraften. Auch erstreckt sich seit Jahresanfang das Monopol der Post nur noch auf Briefe mit einem Gewicht von bis zu 50 Gramm. Zuvor waren es Briefe von bis zu 100 Gramm, die in den Exklusivbereich fielen. Der Brief-Bereich konnte diese Effekte aber durch Wachstum im Ausland kompensieren. Das Ebit stieg dort um 4,8 Prozent auf 674 Mill. Euro.

Positiv sei vor allem die Entwicklung der Logistik-Sparte mit Exel, betonte LRP-Analyst Per-Ola Hellgren. Der „Aktie Gelb“ fehlte am Vormittag dennoch eine klare Tendenz. Sie schwankte zwischen Kursverlusten von bis zu einem Prozent und leichten Zugewinnen. Mit Spannung dürften die Anleger auch beobachten, was die staatliche Förderbank KfW mit ihrem Anteil von noch knapp 42 Prozent an dem ehemaligen Staatsunternehmen plant. Die Haltefrist für die Anteilsscheine ist am vergangenen Montag abgelaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%