Zwischenfall
AKW Krümmel soll vorerst mit halber Kraft laufen

Nach dem Kurzschluss will der Energiekonzern Vattenfall das Atomkraftwerk bei Hamburg zunächst nur mit halber Leistung wieder in Betrieb nehmen. Bis dahin werden jedoch noch einige Woche vergehen. Solange muss das Unternehmen vor allem die Kritiker beruhigen.

HB KIEL. Das Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg soll nach Auskunft des Betreibers Vattenfall zunächst nur mit halber Kraft wieder ans Netz gehen. „Das wird frühestens in drei Wochen sein - vorausgesetzt, die Anlage ist so weit untersucht, dass keine sicherheitstechnischen Bedenken bestehen“, sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek der Deutschen Presse-Agentur dpa am Samstag. Nach den bisherigen Erkenntnissen „gehen wir davon aus, dass der Brand durch einen technischen Defekt im Transformator selbst entstanden ist“. Der Transformator werde jetzt zerlegt und untersucht. Aber auch an anderer Stelle gehe die Ursachenforschung weiter. Für eine Manipulation von außen gebe es aber nach wie vor „absolut keine Anhaltspunkte“.

Banek betonte erneut, der Kurzschluss im Kernkraftwerk Brunsbüttel am 28. Juni - kurz vor dem Brand in Krümmel - stehe nicht im Zusammenhang mit dem Brand im Transformator des AKW Krümmel. Erst gut eine Woche nach den Zwischenfällen hatte Vattenfall nach massiver Kritik an der Informationspolitik am Freitag Fehler eingeräumt. Krümmel sei nach dem Brand im Transformatorgebäude durch ein Missverständnis schneller als vorgesehen heruntergefahren worden, erklärte Bruno Thomauske, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, am Freitag.

Thomauske erläuterte, der Reaktorfahrer habe eine Anweisung seines Chefs falsch verstanden. Die schnelle Reduzierung des Drucks im Reaktor von 65 auf 20 Bar sei für gravierendere Störfälle vorgesehen und objektiv nicht notwendig gewesen. Dazu habe der Mitarbeiter zwei Ventile von Hand geöffnet.

Am Montag wollen Vertreter des Bundesumweltministeriums, des Kieler Sozialministeriums und des Betreibers Vattenfall zu einem Spitzengespräch in Kiel zusammenkommen. Dabei soll es vor allem um die Informationspolitik des Stromkonzerns gehen. In der kommenden Woche soll der Kieler Landtag auf Antrag der Grünen über den Entzug der AKW-Betriebserlaubnis für Vattenfall beraten.

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