Zwischenfall in Köln
Germanwings weist Vorwürfe zurück

Die Lufthansa-Tochter Germanwings hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe einen Zwischenfall mit einem Airbus A319 vor knapp zwei Jahren verharmlost. Bei dem Zwischenfall wären die Piloten fast ohnmächtig geworden.
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BerlinNoch am Abend des Vorfalls im Jahr 2010 seien die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) und das Luftfahrtbundesamt umfassend informiert worden, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft, Heinz Joachim Schöttes, dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabmeldung vom Samstag.

Weshalb die BFU damals weder Voice-Rekorder noch Datenschreiber sicherstellte und erst sehr viel später eine genaue Untersuchung veranlasste, entziehe sich seiner Kenntnis, sagte Schöttes. Im Dezember 2010 waren die beiden Piloten einer Germanwings-Maschine beim Landeanflug auf den Flughafen Köln/Bonn durch möglicherweise giftige Dämpfe aus dem Luftversorgungssystem fast bewusstlos geworden. Nur mit Mühe konnten sie das Flugzeug sicher landen.

In dem Airbus war es bislang zweimal zu Zwischenfällen mit möglicherweise vergifteter Kabinenluft gekommen. Bei dem aktuell bekannten Fall verhinderten die Piloten nur mühsam eine Katastrophe: Obwohl stark benommen, landeten sie die Maschine mit rund 150 Menschen an Bord sicher auf dem Flughafen Köln-Bonn. Die BFU klassifizierte den Zwischenfall in ihrem jetzt veröffentlichten Bericht als "schwere Störung".

Die Pilotenvereinigung Cockpit warf Germanwings Verharmlosung vor. Abgesehen von den Piloten, die vorübergehend ins Krankenhaus mussten, kam im Dezember 2010 niemand zu Schaden. 2008 musste eine Maschine kurz nach dem Start in Dublin umkehren, weil der Crew übel geworden war.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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