Das Debakel von Sony
trägt tragische Züge. Als Marktführer mit ungeheurem Selbstbewusstsein angetreten, schreibt der japanische Konzern mit seiner Playstation 3 derzeit Milliardenverluste. Selten klaffen Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander. Die tiefere Ursache dagegen ist ein häufig auftretendes Problem: Sony
war zu sehr in die eigene Technik verliebt und hat die Kunden vergessen.
Die ersten Köpfe sind schon gerollt. Ken Kutaragi, der Vater der Playstation, musste keine drei Wochen nach dem Start ihrer dritten Generation seinen Platz räumen. Man solle nicht immer nach dem Preis der neuen Playstation fragen, dozierte Kutaragi gern. Sony
werde ein Wunderwerk vorstellen, eine Traummaschine.
Obwohl eingelöst, hängt dieses Versprechen Sony
heute wie ein Mühlstein um den Hals. Die Playstation 3, voll gestopft mit modernster Elektronik, kostet in der Herstellung mehr als 800 Dollar. Und obwohl Sony
den Spielern die Konsole anfangs für 600 Dollar anbot, reagierten die ganz anders als von Kutaragi prophezeit: Sie hielten sich zurück.
Dass nun ausgerechnet der alte Rivale Nintendo
doppelt so viele Konsolen verkauft wie Sony
, muss den Playstationentwicklern wie Hohn vorkommen. Technisch ist Nintendos
Wii-Konsole nicht auf demselben Niveau wie die Playstation 3. Sie hat aber zwei Vorteile: Mit ihr zu spielen macht gerade in Gruppen ungeheuren Spaß. Außerdem ist die Wii nur halb so teuer wie die Playstation 3.
Vielleicht hätte Ken Kutaragi sich doch einmal mit einem Kunden unterhalten sollen, bevor er den Preis für unwichtig erklärte. Aber dafür ist es nun zu spät. Sony
droht das Schicksal dessen, der über der technischen Optimierung eine Kleinigkeit vergisst: den Markt.


