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02.09.2008 
GDF-Suez

Auf der Lauer

von Holger Alich

Beim europäischen Energie-Monopoly hat nun ein kraftvoller neuer Spieler das Feld betreten: GDF-Suez. Weniger die soliden Halbjahreszahlen zeugen von der Potenz des französischen Riesen, der mit Rückendeckung des französischen Staates entstanden ist; vielmehr der geringe Schuldenstand lässt erahnen, welche Power das Unternehmen hat.

GDF-Suez hat gerade mal knapp 19 Milliarden Euro Verbindlichkeiten. Etwas mehr als ein Jahresbrutto-Betriebsergebnis würde ausreichen, um den gesamten Schuldenberg abzutragen. Der Konzern könnte daher laut Analystenschätzungen rund 30 Milliarden Euro auftreiben, ohne finanziell in ernste Schieflage zu geraten. Offiziell will das Management derzeit von Großzukäufen nichts wissen. Doch Konzern-Chef Gérard Mestrallet wies auch darauf hin, dass die zwei Jahre, während deren um den Zusammenschluss gerungen wurden, nicht ungenutzt verstrichen sind. Sprich, die Integration dürfte dank der überlangen Vorbereitungszeit jetzt zügig und problemlos über die Bühne gehen.

Das heißt für Eon, EDF und Co, dass sie der zur Schau getragenen Haltung "Wir sind erst einmal mit uns selbst beschäftigt" nicht trauen sollten. Der Konzern dürfte nicht nur finanziell, sondern auch von der Managementseite sehr bald in der Lage sein, auf Einkaufstour zu gehen - so es sinnvolle Ziele gibt.

Ein Geburtsfehler der Fusion schränkt die Finanzierungsmöglichkeiten jedoch ein: Eine Kapitalerhöhung ist bis auf weiteres undenkbar. Denn der französische Staat will um jeden Preis seine Sperrminorität an dem Konzern halten, die das französische Börsenrecht bei 33 Prozent fixiert. Und Paris hat kein Geld, eine Kapitalerhöhung mitzuzeichnen, um seinen Anteil zu halten.

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