Immer mehr Halbleiterhersteller kämpfen ums Überleben. Viele Produzenten versinken dieser Tage geradezu in roten Zahlen und können sich nur noch durch Werksverkäufe über Wasser halten. Frisches Geld vom Kapitalmarkt oder den Banken ist derzeit nicht aufzutreiben. Weil es nicht danach aussieht, als würde die bedrohliche Lage bald zu Ende gehen, ändern die Anbieter in einem letzten verzweifelten Aufbäumen ihre Geschäftsmodelle.
Nur die Nummer eins der Branche, Weltmarktführer Intel
, hat die Krise bislang fast ohne Schrammen überstanden. Dies beweisen die gestern vorgelegten, ausgezeichneten Quartalszahlen und der solide Ausblick auf den Rest des Jahres. Allerdings hat Intel
-Chef Paul Otellini den Konzern in den vergangenen zwei Jahren bereits grundlegend umgebaut und so für raue Zeiten gerüstet.
Vielen Wettbewerber hingegen steht das Wasser bis zum Hals. Bislang konnten sie noch immer frisches Geld auftreiben. Doch das ist vorbei. Betroffen sind vor allem die Hersteller von Speicherchips. Die Preise für die kleinen elektronischen Bauteile sind im Keller und liegen unter den Herstellkosten. Jetzt bleibt den Produzenten nichts anderes übrig, als sich von ihren eigenen, teuren Werken zu trennen.
Dieser Trend ist nicht neu. Die Krise verstärkt die Bewegung allerdings. Es ist absehbar, dass künftig die Masse der Chiphersteller auf Auftragsfertiger zurückgreifen wird. Doch für so manchen Hersteller kommt der Strategieschwenk zu spät. Vielen Anbietern droht buchstäblich das Geld auszugehen. Da Hilfe von den Regierungen im Gegensatz zu den Banken nicht zu erwarten ist, werden in den nächsten Monaten einige Anbieter aufgeben müssen. Oder sie werden von der Konkurrenz geschluckt.


