Der Überraschungsangriff wird zum Stellungskrieg: Aktionärsaktivist Carl Icahn ist eingeknickt beim Streit über die Führungsspitze des Internetgiganten Yahoo
. Er und zwei Mitstreiter werden Sitze im Kontrollgremium bekommen. Eine gute Entscheidung. Denn es war immer klarer geworden, dass nicht alle Aktionäre seine Verwaltungsratstruppe anstelle der bisherigen Mitglieder akzeptieren wollten.
Zu offensichtlich war Icahns Absicht, lediglich als Abbruchunternehmer tätig zu werden. Er wollte Yahoo
verkaufen, ganz oder in Teilen. Die Einigung ist ein kleiner Teilerfolg für den angegriffenen Jerry Yang. Aber auch nicht mehr. Alles wird jetzt davon abhängen, wie die für heute erwarteten Quartalszahlen ausfallen. Google
hat vergangene Woche deutlich gezeigt, dass die Rezession auch mit eiskalter Hand nach der New Economy greift. Yahoo
wird das auch zu spüren bekommen.
CEO Yang wird der Versuchung widerstehen müssen, die Zukunft allzu rosig zu malen, nur um die Investoren zu beeindrucken und dann weiterzumachen. Er muss realistische Ziele setzen. Allerdings wird er auch nicht umhinkommen, seinen leidgeprüften Anteilseignern ein paar Geschenke zu machen. Eine Sonderdividende dürfte die Schmerzen von Carl Icahn und anderen lindern, die nun wohl endgültig die Idee aufgeben müssen, dass sie mit Microsoft
noch einmal handelseinig werden könnten. Finanzierbar wäre die finanzielle Beruhigungsspritze mit dem Teilverkauf einiger Bereiche wie dem Asiengeschäft.
Am Ende wird es darum gehen, Yahoo
eine Zukunft zu geben, zusammen mit Icahn. Der muss beweisen, dass er zu dem in der Lage ist, was er Yang immer abgesprochen hat: Yahoo
aus der Krise zu führen.

