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14.09.2008 
Alitalia

Berlusconis Vogel

von Katharina Kort

Italiens Regierung hat für den Rettungsplan für Alitalia, "Phönix", nicht umsonst ein Symbol der Unsterblichkeit gewählt: den Vogel, der nach dem Feuer der Asche entsteigt. Denn wenn man die Probleme der Fluggesellschaft mit ökonomischer Vernunft betrachtet, hätte Alitalia schon längst pleite sein müssen. Aber Alitalia ist ein nationales Symbol, und das darf nicht pleitegehen. Das hat sich auch an diesem Wochenende gezeigt.

Am Samstag sah es bereits so aus, als würden die italienischen Flugzeuge schon heute am Boden bleiben und die Insolvenz für die gesamte Fluggesellschaft würde unausweichlich sein. Dann aber erklärten sich die Gewerkschaften doch wieder zu einer letzten, formellen Verhandlungsrunde bereit. Alitalia ist ein robuster Vogel, allen Zahlen zum Trotz.

Vor allem aber ist Alitalia eine Wette von Silvio Berlusconi, die er nicht verlieren darf. Der Regierungschef hatte Alitalia zum Wahlkampfthema erhoben und die Übernahme durch Air France KLM scheitern lassen. Mit dem Rettungsplan "Phönix" hat er eine Lösung gefunden, die ihn in der Gunst der Bevölkerung noch weiter steigen lässt. Ob er die Schulden in der Staatshand lässt und damit indirekt die Bürger zur Kasse bittet, während er den Unternehmern nur die gesunden Teile der Airline überlässt, ist den meisten Italienern egal. Sie sehen Berlusconi als Macher, der nach der Müllkrise in Neapel auch die Alitalia-Krise löst. Und deshalb kann sich Berlusconi kein Scheitern der Verhandlungen leisten. Seine Glaubwürdigkeit hängt davon ab.

Auch die Gewerkschaften dürften mittlerweile verstanden haben, dass sie keine großen Alternativen haben und dass eine Insolvenz noch mehr Arbeitsplätze kosten würde. Ihr Widerstand der vergangenen Tage war wohl ein letztes Aufbäumen.

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