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11.09.2008 
US-Tankerauftrag

Bieter-Farce

von Holger Alich

Die Ausschreibung für den größten Rüstungsauftrag der USA gerät zunehmend zur Farce. Denn mit der gestrigen Entscheidung des US-Pentagons rückt die Entscheidung über die Vergabe des Tankerauftrags immer weiter in die Ferne. Und es scheint klar, dass Airbus-Wettbewerber Boeing hinter diesem Spiel steckt.

Boeings Absichten sind dabei klar. Der US-Riese hat das schlechtere Flugzeug. Denn weltweit hat alle anderen Tankeraufträge bisher Airbus gewonnen. Also spielt Boeing auf Zeit, damit die nächste US-Regierung angesichts der wirtschaftlichen Krise wohl innenpolitisch kaum eine andere Wahl haben wird, als den wichtigen Tankerauftrag doch noch dem heimischen Bieter zuzuschanzen.

Das ist Industriepolitik, wie sie die Franzosen selbst oft genug vorgemacht haben. Allerdings sollten die Verantwortlichen in den USA langsam den Mut haben, sich offen dazu zu bekennen. Statt sich hinter einer Ausschreibung zu verstecken, die so lange manipuliert zu werden scheint, bis der Sieger Boeing heißt, sollte die US-Regierung kurzerhand den Milliardenauftrag doch gleich an den US-Hersteller vergeben. Und die Entscheidung mit den industriepolitischen Interessen der USA erklären.

Dann sollten die Verantwortlichen aber auch offen erklären, dass die verteidigungspolitischen Interessen der USA bei dieser Entscheidung zweitrangig waren; denn die Air Force hatte sich ja zunächst für das europäische Flugzeug entschieden, eben weil es besser ist. Mit dem Abbruch des Bieterverfahrens stirbt die Hoffnung ein wenig mehr, dass der Auftrag nach sachlichen Argumenten vergeben wird. Und damit sinken die Chancen für Airbus. Die Vergabe ist zu einem Politikum geworden. Es wird Zeit, dass diese Farce ein Ende hat.

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