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02.09.2008 
Deutsche Börse

Bloßer Aktionismus

von Oliver Stock

Die beiden nicht eben für ihre Zimperlichkeit bekannten Finanzinvestoren TCI und Atticus verbünden sich und wollen mehr Einfluss bei ihrem deutschen Hauptinvestment: der Deutschen Börse. Und nun?

Eins ist klar: Die Deutsche Börse braucht nicht in Angsstarre zu verfallen. Im Gegenteil. Sie ist in einer starken Rolle. Die Börse hat in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie vieles richtig machen kann. Sie senkt die Kosten, sie beteiligt sich an alternativen Handelsplattformen, sie belohnt Aktionäre mit Rückkaufprogrammen und Dividenden. Der Erfolg ist immerhin der, dass die Börse besser dasteht als ihre Konkurrenten. Der Erfolg ist allerdings in der Tat nicht so berauschend, dass er sich auf den Aktienkurs auswirken würde. Der dümpelt in bisher nicht ausgelooteten Tiefen.

TCI und Atticus finden das nicht gut. Sie finden es allerdings vor allem deswegen nicht gut, weil sie selbst Druck von ihren Investoren bekommen. Denen haben sie hohe Renditen versprochen und sich offenbar für den Fall, dass die eigenen Investments diesen Anspruch nicht erfüllen, keinen Plan B überlegt. Deswegen geben sie den Druck jetzt weiter.

Wenn daraus aber mehr werden soll als bloßer Aktionismus, müssen sie schleunigst nachlegen. Sie müssen sagen, was sie anders machen wollen und sie müssen bereit sein, selbst Verantwortung zu übernehmen. Eine bevorstehende Neumischung im Aufsichtsrat der Deutschen Börse bietet hierfür die ideale Gelegenheit. Wenn sie die nicht ergreifen, heißt das: Sie kneifen vor der Verantwortung.

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