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29.07.2008 
Iberia

Briten am Ziel

von Anne Grüttner

Geduld zahlt sich aus. Das darf sich British Airways zugute halten. Vergangenes Jahr verhinderte die spanische Sparkasse Caja Madrid die Übernahme von Iberia durch BA und einige Private-Equity-Firmen, indem sie selbst mit 23 Prozent größter Investor von Iberia wurde. BA legte das Thema aber nicht ad acta, auch wenn die Sparkasse seitdem wie ein Bollwerk vor potenziellen Käufern stand.

Nun haben der rasante Anstieg der Ölpreise, der schwierige spanische Flugmarkt und nicht zuletzt die Geduld von BA-Chef William Walsh für eine Kehrtwende bei Iberia gesorgt. Es wurde eine Lösung gefunden, die für alle zufriedenstellend ist: Statt über eine Übernahme verhandeln die beiden Airlines nun über eine Fusion.

Das bedeutet Kostenersparnisse sowohl für BA als auch für Iberia. Die beiden Fluggesellschaften, deren regionale Schwerpunkte sehr komplementär sind, hatten seit der gescheiterten Übernahme ihre Kooperation ständig ausgeweitet und ihre gegenseitige Aktienbeteiligung erhöht.

Gleichzeitig sorgten die hohen Treibstoffpreise im ersten Quartal dieses Jahres bereits für hohe Verluste bei Iberia. Der Aktienkurs dümpelte traurig auf Tiefstwerten. Und die erhoffte Konsolidierung auf dem hart umkämpften spanischen Flugmarkt kam nicht zustande: Iberia musste die Übernahme des Hauptkonkurrenten Spanair abblasen. Der spanische Markt gerät zudem immer mehr durch die Konkurrenz attraktiver Hochgeschwindigkeitszüge unter Druck.

Am alltäglichen Geschäft wird sich vermutlich gar nicht so viel ändern, da die Kooperation über Code-Sharing und Ähnliches schon jetzt sehr eng ist. Und die wohl wichtigste Bedingung für die Zustimmung von Iberias Großaktionär Caja Madrid wird erfüllt: Der Flughafen Madrid-Barajas bleibt Hauptstützpunkt von Iberia.

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