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22.08.2008 
Anleihen-Rückkauf

Deutsche Bank hat noch gut Lachen

von Robert Landgraf

Jetzt hat es auch die Deutsche Bank erwischt. Sie wird in den USA wegen des Verkaufs umstrittener Anleihen zur Kasse gebeten. Dabei kommt das ungute Gefühl auf, dass sich die Bank von einem langen Prozess, politischem Druck und einem Imageschaden freigekauft hat. Das fiel allerdings nicht schwer.

Deutschlands Nummer eins kommt glimpflich davon. Ganze 15 Millionen Dollar Strafe muss das Institut bezahlen und sogenannte Auction Rate Securities über eine Milliarde Dollar zurücknehmen. Bei den Spezialanleihen handelt es sich um langlaufende Wertpapiere, deren Zinssatz aber in kurzen Abständen neu festgelegt werden.

Insgesamt hat die Deutsche mit Blick auf die Konkurrenz noch gut Lachen - sowohl was die Strafe als auch die Rücknahme der Wertpapiere angeht. Andere Banken wie UBS und Citi traf es weitaus härter. Und bleibt ein kritisches Stirmerunzeln. Es ist mehr als fraglich, ob der Vorwurf der Staatsanwaltschaft tatsächlich haltbar ist und hier Papiere verkauft wurden, obwohl die Banken bereits von Liquiditätsproblemen in dem Markt wussten. Wer weiß das genau? War vielleicht nur eine unwichtige Abteilung, ein Analyst der Meinung? Fragen über Fragen.

Denn irgendwie drängt sich der Eindruck auf: Hier nutzt der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo die Finanzkrise, um mit einem harten Auftreten Werbung in eigener Sache zu machen. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass der ehrgeizige Politiker und Demokrat gerne den New Yorker Gouverneursposten erobern würde. Bei seinem ersten Anlauf zog er frühzeitig die Reißleine, um nicht verbrannt zu werden. Als Robin Hood der Kleinanleger hat er in einem zweiten Versuch sicherlich beste Chancen zu siegen. Ob die Strafen für die Deutsche Bank und andere Institute wirklich gerechtfertig waren, wird ihn dann herzlich wenig interessieren.

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