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02.07.2008 
Spekulation über Kapitalmaßnahmen

Deutsche Bank: Kommunikation ist alles

von Peter Köhler

Okay, es war kein großes Epos, das die Deutsche Bank am Morgen an die Öffentlichkeit gab. Der nüchterne "Hinweis auf das Ergebnis des zweiten Quartals" umfasst auf der Homepage gerade mal fünf Zeilen. Die Kernpunkte lauten: kein Verlust von April bis Juni, Kapitalquote gut, kein Bedarf für Kapitalmaßnahmen. Die knappen Worte reichten als Signal aus, um die Aktie im frühen Handel um gut vier Prozent nach oben zu hieven. Kommunikation - auch zwischen den Quartalsergebnissen - zahlt sich in Zeiten der Finanzkrise offenbar aus. Allerdings wurde es auch höchste Zeit "nach draußen zu gehen", denn die Spekulationen über einem Fehlbetrag, weitere Milliardenabschreibungen und eine Kapitalerhöhung fingen langsam an, sich zu verselbständigen. Vielleicht hatte der eine oder andere Marktteilnehmer den Eindruck, die Bank wolle die Märke durch frei laufende Gerüchte auf schlechte Nachrichten am 31. Juli vorbereiten, wenn die offiziellen Quartalszahlen kommen.

Ob mit solchen Statements aber schon allgemein ein "Anfang vom Ende" der Finanzkrise ausgerufen wird, ist mehr als fraglich. Selbst wenn die Abschreibungen auf strukturierte Kapitalmarktprodukte langsam nachlassen und die aufgestauten Übernahmekredite abgebaut werden, bleiben die Banken noch viele Monate im Tal der Tränen. Wenn die Konjunktur abschmiert rücken wackelige Unternehmenskredite in den Vordergrund, außerdem sind die Auswirkungen steigender Zinsen auf die Refinanzierung derzeit nur schwer kalkulierbar.

Weil die Finanzwelt hoch komplex ist und sich zuletzt immer mehr von der realen Wirtschaft abgekoppelt hatte, wird Kommunikation immer mehr zum Schlüssel des Erfolgs. Die Banken durchlaufen eine Vertrauenskrise, weil sie sich gegenseitig nicht mehr über den Weg trauen. Dieses Misstrauen ist auf die Investoren und Kunden übergesprungen, das Ansehen der Banker hat in den vergangenen Monaten dramatisch gelitten. Botschaften wie die der Deutschen Bank sind ein guter Anfang, wieder in einem besseren Licht zu erscheinen.

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