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04.09.2008 
Agrarwirtschaft

Die nächste Revolution

von Siegfried Grass

Der Landwirtschaft könnte eine zweite grüne Revolution bevorstehen, nachdem sie lange ein Stiefkind der Politik gewesen ist. In den 60er- und 70er-Jahren gab es noch erhebliche Produktivitätsfortschritte dank neuer Maschinen, moderner Bewässerungssysteme und schließlich des chemischen Pflanzenschutzes: die "erste grüne Revolution". Doch in den vergangenen Jahrzehnten tröstete man die Bauern als Landschaftsgärtner mit Subventionen über die für sie enttäuschende Preisentwicklung hinweg.

Die wachsende Weltbevölkerung, veränderte Konsumgewohnheiten in bevölkerungsreichen Ländern wie Indien und China, klima- und witterungsbedingte Ernteverluste und die zunehmende Nachfrage nach alternativen Energiequellen haben die Lage jedoch grundlegend verändert. Die Preise für die Produkte vom Acker verdoppelten sich in zwei bis drei Jahren. Die Einkommen der Landwirte steigen zwar, doch die aktuellen Welternährungsprobleme lassen sich mit den bekannten Verfahren nicht mehr lösen.

Dabei kann man Pflanzen noch besser gegen den Klima- und Umweltstress schützen. Das funktioniert letztlich aber nur mit der Pflanzenbiotechnologie. Mit anderen Worten: Deutliche Produktivitätssteigerungen lassen sich jetzt nur durch den Einsatz von Pflanzen mit gentechnisch veränderten Eigenschaften erreichen.

Bayer CropScience will vorne dabei sein und bis 2015 im Bereich Bioscience den Umsatz auf eine Milliarde Euro steigern - wegen des schwierigen politischen Umfelds in Deutschland beim Thema Gentechnik womöglich auch mit Kooperationen und Akquisitionen ausländischer Partner. Das setzt auch voraus, dass die Chancen der Pflanzenbiotechnologie nicht länger verdrängt werden.

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