Jetzt kommt JP Morgan
doch zum Zug: Konzernchef Jamie Dimon bietet die bislang größte Bankenpleite in den USA die Chance, Washington Mutual
zum Sonderpreis zu übernehmen. Damit mausert sich JP Morgan
zum Lumpensammler der Nation, nachdem Dimon vorher schon die Fast-Pleite von Bear Stearns genutzt hatte, sich im Bereich der Investmentbanken zu verstärken.
Geschickt nutzt er die besonders in den USA verfahrene Lage bei den Kreditinstituten, um sein Institut Schritt für Schritt an die Spitze der amerikanischen Großbanken zu bringen. Er übt damit späte Rache, da er bei der Citigroup
als möglicher Nachfolger von Konzernchef Sandy Weill übergangen worden war. Das ist zwar Jahre her, hat ihn aber immer gewurmt. Wenn Dimon seinen Expansionskurs hält, dauert es nicht mehr lange, bis das Ziel erreicht ist.
Doch vorher kann der Chef von JP Morgan
sich über den Coup bei Washington Mutual
freuen. Im März wollte er die damals schon angeschlagene Bank noch für vier Dollar je Aktie kaufen. Doch er kam nicht zum Zug. Der Finanzinvestor Texas Pacific Group von David Bonderman gab dem Institut eine milliardenschwere Kapitalspritze und verlängert so das Leben auf Zeit.
Denn mit der Herabstufung der Anleihen der US-Sparkasse auf Schrottanleihenniveau war es endgültig um die Bank geschehen. Da half auch keine Auswechslung der Führungsspitze. Das Vertrauen des Marktes war zerstört und die viele Privatkunden kündigten Washington Mutual
die Gefolgschaft. Sie zogen ihre Gelder ab. Das Todesurteil. Denn in der aktuellen Lage traut keine Bank der anderen über den Weg, so dass mit Geld von außen nicht zu rechnen war. Gut für Jamie Dimon der zugriff.


