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16.09.2008 
Toyota

Dunkle Wolken

Gute Nachrichten hören sich anders an. Als erster großer Autobauer stellt Toyota die Branchenprognose für das laufende Jahr in Deutschland in Frage. Der pessimistische Ausblick kann nicht komplett überraschen. Spätestens seit den verheerenden Absatzzahlen für den Monat August ist klar, dass die Autoindustrie auch auf dem wichtigen Markt Europa mit zunehmendem Gegenwind zu kämpfen hat.

Auf allen großen etablierten Märkten leidet die Branche unter der weltweiten Abkühlung der Konjunktur - und es sieht nicht mehr danach aus, als ob das Wachstum in den Schwellenländern das noch auffangen kann. Vieles spricht dafür, dass das Schlimmste sogar erst noch bevorsteht. Denn die Schockwellen der Finanz- und Immobilienkrise, hoher Spritpreise und rasant steigender Rohstoffpreise scheinen erst jetzt in vollem Umfang Europa zu erreichen. Selbst der langjährige Branchenprimus Toyota kann sich davon nicht frei machen. Freimütig schließen die Japaner für das laufende Jahr in Deutschland rote Zahlen nicht mehr aus.

VW-Boss Martin Winterkorn könnte sich also eigentlich die Hände reiben. Wegen der schwachen Stellung sind die Wolfsburger von der Krise bisher unterproportional betroffen und marschieren stur weiter auf Wachstumskurs. Selten standen die Chancen für VW besser, dem Ziel näher zu kommen, Toyota einzuholen. Doch ausgerechnet jetzt droht ein offener Machtkampf der Porsche-Eigentümerfamilien Europas größtem Autokonzern zu lähmen. Toyota-Boss Katsuaki Watanabe dürfte das Schauspiel mit feinem asiatischen Lächeln begleiten.

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