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03.07.2008 
Mittelstandsbank IKB

Ein Multimilliardenverlust

von Nicole Bastian

War doch alles gar nicht sooo schlimm, mag der erste Blick auf die IKB-Jahresbilanz suggerieren. Ein Nettoverlust im Konzern von 24 Millionen Euro, ein operativer Gewinn von 140 Millionen. Aber weit gefehlt. Denn eigentlich hat die kleine Düsseldorfer Mittelstandsbank einen Multimilliardenverlust gemacht.

Nur weil sie die Risikoabschirmung durch den Hauptaktionär, die Förderbank KfW, und deutsche Bankenverbände über 2,4 Mrd. Euro und die niedrigere Bewertung von Verbindlichkeiten wie stillen Beteiligungen, die einen Teil des Verlustes tragen, mit 1,7 Mrd. Euro als positiven Bewertungseffekt einbucht, kommt die IKB zu diesen Zahlen. Das was unter dem Strich steht, spiegelt die Realität also in keinster Weise wider. Nicht umsonst musste die Bank mit insgesamt mehr als 8,5 Mrd. Euro gerettet werden.

Nach den internationalen Bilanzregeln IFRS ist eine solche Bilanzierung durchaus möglich. Auch so manche Schweizer und US-Investmentbank bilanziert ihre Verbindlichkeiten nach dem aktuellen Marktwert. Die Transparenz und Vergleichbarkeit von Bankenergebnissen erhöht diese Option allerdings nicht.

Wie es mit der IKB weitergeht, hängt vom neuen Eigentümer ab. Derzeit lasten höhere Refinanzierungs- und Beraterkosten auf der Bank. Ihr Neugeschäft muss sie begrenzen. Mitte des Monats geben die drei verbliebenen Bieter für die IKB - die schwedische Bank SEB und die Finanzinvestoren Lonestar und Ripplewood - ihre verbindlichen Angebote ab.

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