Für den Magier Uri Geller und dessen Fernsehshow auf Pro Sieben
konnte sich Guillaume de Posch begeistern. Da hantierte der Vorstandschef des größten deutschen Fernsehkonzerns schon mal selbst mit dem Blechlöffel. Doch mit den Magierkünsten von de Posch ist es nicht weit her. Zuletzt fiel ihm kein Trick mehr ein, um Pro Sieben
Sat 1 in eine goldene Zukunft zu führen.
De Poschs Ausstieg bei Pro Sieben
Sat 1 ist nicht überraschend. Er ist in den vergangenen Monaten bereits an seine persönliche Schmerzgrenze gegangen. Die Eigentümer, die beiden Finanzinvestoren Permira und KKR, haben sehr harte Vorgaben gemacht, die de Posch umzusetzen hatte. Aus der Sendergruppe sollte noch mehr Geld herausgepresst werden. Guillaume de Posch war dabei ein willfähriger Gehilfe. Doch am Ende wurde es auch dem loyalen Manager zu viel.
Welche Zukunft hat Pro Sieben
Sat 1 überhaupt? Bislang hat der Konzern noch nicht bewiesen, dass es nach der viel zu teuren Übernahme der Sendergruppe SBS überhaupt wertvolle Synergien zwischen Fernsehkanälen in verschiedenen Ländern gibt. Mit einem Schuldenberg von über drei Milliarden Euro ist der Konzern zudem auf viele Jahre hinaus gelähmt.
Hinzu kommt, dass hausgemachte Probleme wie eine falsche Werbezeitenvermarktung die Ertragsprobleme weiter verschärfen. Und die Finanzinvestoren? Sie haben keine Skrupel, sich über eine zu hohe Dividende selbst zu bedienen.
De Posch, der Zauberlehrling des Hollywoodmoguls Haim Saban, verlässt daher kein wohlbestelltes Haus. Im Gegenteil: Pro Sieben
Sat 1 steht mittlerweile auf tönernen Füßen. Womöglich kommen die Gesellschafter auf Dauer nicht herum, die disharmonische Gruppe zu zerschlagen. Der Bezahlsender Premiere
steht als Käufer für Sat 1 auf alle Fälle bereit.


