Der Kurs der Porsche
-Aktie ist um zeitweise fast zehn Prozent eingebrochen. Und das obwohl der Sportwagenbauer im Jahr der Subprime-Krise immerhin Umsatz und Absatz - wenn auch nur leicht - steigern konnte. Zudem wird Porsche
wegen der Finanzgeschäfte beim VW
-Einstieg nach Einschätzung von Analysten wohl in diesem Jahr das Kunststück fertig bringen, mehr Gewinn als Umsatz zu erzielen. Das alles interessiert aber derzeit wenig.
Der Kurseinbruch ist eine harte Strafe und dennoch nicht verwunderlich. Verzichten Unternehmen auf einen konkreten Ausblick, dann gibt es in aller Regel kräftig Prügel an der Börse. Auch Andeutungen gegebenenfalls die Produktion zu reduzieren schlagen dann voll durch.
Aber angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise bleibt Porsche
-Chef Wiedeking auch nichts anderes übrig, als extrem vorsichtig in die Zukunft zu schauen. Auch morgen auf dem Pariser Autosalon wird Wiedeking nicht viel Erhellenderes bieten können. Porsche
steht unter Verdacht, dass die Finanzmarktkrise in den USA das Unternehmen besonders trifft. Porsche
ist seit jeher US-Krisen stärker ausgesetzt als andere. Ein Drittel der Fahrzeuge werden in den USA verkauft. Es ist zwar nicht sicher wie hart, aber es spricht vieles dafür.
Junge Investmentbanker werden nach den Pleiten ihrer Banken als Stammkundschaft für den Einstiegsporsche Cayman mit Preisen ab 40 000 Euro massenhaft ausfallen. Und auch so mancher 911er wird wohl weniger bestellt. Wiedeking kann noch nicht garantieren, dass die Umleitung der Sportflitzer in die boomenden Schwellenländer so weiter funktioniert wie bisher. Die Auswirkung einer Rezession in den USA auf diese Länder kann niemand abschätzen.
Diese allgemeine Verunsicherung kann auch Wiedeking nicht ausräumen. Der drohende Ausfall der Banker-Kundschaft trifft Porsche
vielleicht härter als andere. Aber alle Oberklassenfahrzeuge werden die Folgen zu spüren bekommen. Auch die anderen Autowerte sind unter Druck - Porsche
eben noch ein bisschen mehr.


