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14.10.2008 
Continental-Übernahme

Herkulesaufgabe für Schaeffler und die Banken

von Axel Höpner

Für vieles musste die Schaeffler-Gruppe in den vergangenen Monaten herhalten. Als leuchtendes Beispiel für den Erfolg deutscher Familienunternehmen gelten die Franken. Als gewiefter Investor, der sich bei den Private-Equity-Firmen die Tricks abgeschaut hat, aber dabei die langfristige Entwicklung nicht aus den Augen verliert. Der milliardenschwere Einstieg beim börsennotierten Dax-Konzern Conti jedenfalls forderte auch Skeptikern Respekt ab. In einer Zeit, in der die Autobranche in die Krise schlittert und die Banken sich keine neuen Risiken in die Bücher holen wollen, wachsen aber bei vielen die Zweifel, ob das Geschäft glatt über die Bühne gehen kann. Doch der Deal steht, beteuert der fränkische Konzern.

Die Syndizierung der Kredite unter den Banken soll jedenfalls ins Stocken geraten sein. Damit liegt die Übernahme aber nicht auf Eis. Denn Schaeffler hat verbindliche Zusagen der Banken für die benötigten Kredite. Wie die Kreditinstitute diese dann weiter reichen, ist zunächst einmal kein Schaeffler-Problem.

Dennoch: Die Spekulationen zeigen, was für ein großes Rad Schaeffler da dreht. Der Zeitpunkt für den Milliarden-Deal ist schwierig. Bei Übernahmen kann man zuweilen allerdings auch keine Rücksichten nehmen auf die äußeren Umstände. Da muss man das Zeitfenster nutzen. So griff Schaeffler beherzt zu, als Conti schwer an der VDO-Übernahme zu schlucken hatte.

Vom Umfeld fehlt allerdings jeglicher Rückenwind. Die Autokonzerne fahren wegen des Käuferstreiks ihre Produktion herunter, was Zulieferer wie Conti hart trifft. Der Conti-Aktienkurs stürzte auf inzwischen nur noch 40 Euro ab. Schaeffler aber zahlt 75 Euro. Wegen der großen Differenz nahmen besonders viele Aktionäre das Angebot an. Da Schaeffler aber im ersten Schritt nur 49 Prozent übernehmen will, müssen nun viele Aktien bei Banken geparkt werden. Das machat die ohnehin schon schwierige Finanzierung noch komplexer. All dies nun mitten in der Kreditkrise zu schultern, ist eine Herkulesaufgabe, für das fränkische Familienunternehmen ebenso wie für die Banken, die für die Finanzierung sorgen müssen.

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