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02.07.2008  | Aktualisiert 02.07.2008, 15:16 Uhr 
US-Autohersteller

Im freien Fall

von Stefan Menzel

Die US-Automobilhersteller müssen sich auf harte Zeiten einstellen. Auch im Juni ist das Geschäft miserabel verlaufen, die Branche steht auf dem heimischen Markt vor einem Katastrophenjahr. Während japanische und deutsche Hersteller die schlechten US-Zahlen zumindest zum Teil auf anderen Märkten ausgleichen können, ist die Abhängigkeit von General Motors (GM), Ford und Chrysler von den US-Kunden viel extremer ausgeprägt.

Eine Besserung erwartet niemand: Auch in der zweiten Jahreshälfte ist nicht damit zu rechnen, dass die Kosten für Öl und Benzin wieder auf das alte Niveau fallen. Bei den US-Herstellern macht sich eine bittere Erkenntnis breit: Mit ihren kraftstofffressenden Geländewagen, Pick-ups und Vans haben sie sich selbst aus dem Markt katapultiert. Kunden wollen jetzt Autos bei den Händlern sehen, die wenig Sprit schlucken, etwa nach europäischem Vorbild. Doch diese Autos können die Amerikaner nicht anbieten. Zudem rächt sich auch, dass die Big Three aus Detroit ihren Fahrzeugabsatz mit günstigen Rabatt- und Kreditprogrammen künstlich hochgehalten haben. In der Krise lässt sich aber kaum noch jemand damit locken – die Wirkung solcher Programme verpufft bei den hohen Benzinpreisen.

Wenn Stellenabbau und Werksschließungen nichts mehr bringen, hilft am Ende nur noch eine Fusion. Es mehren sich die Anzeichen, dass die drei großen US-Autohersteller vor einer Konsolidierungsrunde stehen. GM hat in den vergangenen Wochen bereits über ein Zusammengehen mit Ford nachgedacht, die Idee zunächst aber wieder verworfen. Und beinahe täglich kursieren Gerüchte über eine Chrysler-Insolvenz. Vielleicht landet das schwächste Glied aus der Dreierkette schon bald bei GM oder Ford.

menzel@handelsblatt.com

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