Die Allianz
leidet gleich dreifach: unter der Finanzkrise, einem schleppendem Kerngeschäft und der Dresdner Bank. Das zeigt das heutige Quartalsergebnis in aller Deutlichkeit. Zwar ist der wichtigste Versicherungskonzern der Welt - im Gegensatz zum großen Konkurrenten AIG
- nur in geringem Maße von der Hypothekenkrise in Amerika betroffen. Doch durch die Börsenbaisse ist die Allianz
nun in starkem Maße indirekt durch Abschreibungen betroffen, weil der Konzern traditionell besonders stark in Aktien investiert ist.
Das gilt insbesondere für die Allianz Leben
, die mit weitem Abstand der Marktführer hierzulande ist. Dass gerade hier das Prämienvolumen um mehr als zehn Prozent sinkt, belegt, wie schlecht das eigentliche Versicherungsgeschäft derzeit läuft. Das hat mehrere Gründe: Erstens halten sich die Menschen wegen der Finanzkrise und steigender Inflationsraten zurück. Zweitens verkaufen die Vertreter nicht mehr so viel, weil sie durch mehr Bürokratie vom Geschäftemachen abgehalten werden. Die Ursache sind viele neue Vorschriften etwa im Versicherungsvertragsgesetz.
Im Gegensatz zum Rest der Branche ist die Allianz
in einem Punkt in einer Sondersituation. Und das ist die Dresdner Bank. Wieder einmal erweist sich das Institut als Belastung, diesmal durch ein negatives Handelsergebnis. Hätte die Allianz
diese Bank doch nie gekauft! Dann wären ihr viel Ärger erspart geblieben. Heute heißt daher die Devise, noch möglichst viel für die ungeliebten Reste der Bank herauszuschlagen. Doch das dürfte schwer werden.


