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08.08.2008 
Landesbanken

Kommentar: Unter Druck geht alles

von Robert Landgraf

So wird es auch im Fall der WestLB sein. Weil Brüssel im Streit über die Milliarden an Beihilfen zur Rettung der Düsseldorfer Landesbank mit drastischen Auflagen kam, werden sich die Reihen bei den Sparkassen wieder einmal schließen, damit es nicht zu einer Pleite der WestLB kommt.

Die härteste Auflage für die WestLB ist, dass sich die Mehrheitseigentümer zurückziehen müssen. Das wollen die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Sparkassenverbände zwar ohnehin. Doch ist überhaupt kein Kaufinteressent in Sicht. Die Eigentümer hätten gegen einen Finanzinvestor oder einen strategischen Käufer keine Einwände, wenn sich die Beteiligung in Grenzen hielte. Zu vertieften Diskussionen mit privaten Interessenten wird es aber nicht kommen. Weit und breit ist niemand in Sicht. Wer wollte sich in diesen unsicheren Zeiten der Finanzmarktkrise eine Landesbank aufhalsen, deren Zukunft unsicher ist? Keiner. Oder wenn doch, dann bitte zum Nulltarif.

Es läuft also auf eine öffentlich-rechtliche Lösung hinaus. Und hier hat die angedachte Dreierkombination aus dem Vermögensmanager Dekabank, der Landesbank Hessen-Thüringen und der WestLB ihren Charme - zumindest für die neu fusionierte Bank, die damit auf Dauer überlebensfähig wäre. Allerdings muss dabei so mancher über seinen Schatten springen, denn die Dekabank gehört Sparkassen und Landesbanken. Diese wollen die Perle sicher nur ungern hergeben. Doch wenn auf Dauer nur so eine Pleite der WestLB zu verhindern ist, dann stehen die Sparkässler sicher in Eintracht wieder zusammen.

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