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08.07.2008 
Siemens

Kreativität statt Konfrontation gefragt

von Axel Höpner

Bei Siemens ist jetzt Kreativität gefragt. 16 750 Arbeitsplätze will Deutschlands größter Technologiekonzern weltweit streichen. So richtig schockieren konnte diese Zahl heute niemanden mehr. Viele Details der Abbaupläne waren in den vergangenen Tagen bereits durchgesickert. So war die spannendste Frage, ob Konzern-Chef Peter Löscher und sein Personalvorstand Siegfried Russwurm betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. Die IG Metall hatte genau das vehement gefordert - und droht andernfalls sogar mit Streik.

Doch Löscher und Russwurm wollten sich auf den Deal - Betriebsfrieden gegen Kündigungsausschluss - nicht einlassen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden zum "allerletzten Mittel" erklärt. Vorher aber ist Einfallsreichtum auf allen Seiten gefordert: Altersteilzeit, natürliche Fluktuation und Qualifizierungsangebote können Wege sein, die gröbsten Härten abzumildern.

So schlecht stehen die Chancen dafür nicht. In Deutschland zum Beispiel will Siemens 5 250 Stellen streichen - dem stehen 3 000 offene Stellen gegenüber. Zudem ist die Lage am Arbeitsmarkt noch immer gut. So mancher Beschäftigte in der Verwaltung wird da das Abfindungsangebot annehmen und bei einem neuen Arbeitgeber Unterschlupf finden.

Für Löscher wird der Stellenabbau dennoch zur Bewährungsprobe. Viel hat er dem Konzern in den vergangenen Monaten zugemutet. Fast die gesamte Führungsspitze wurde neu besetzt, das Unternehmen neu gegliedert. Hinzu kommen die Belastungen durch die Schmiergeldaffäre. Der Streit um den Stellenabbau wird den ohnehin schon unter Druck stehenden Konzern weiter belasten. Allerdings: Über die Größenordnung des Stellenabbaus mag man streiten. Doch das Siemens in der Verwaltung schlanker werden muss, um mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten, das bestreiten auch viele Arbeitnehmervertreter nicht.

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