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27.08.2008 
WestLB

Mauerblümchen

von Frank Wiebe

Es haben schon viele Landesbanken abgesagt: Nein, sie wollen nicht mit der angeschlagenen WestLB fusionieren. Jetzt sagt der Chef der Dekabank ebenfalls, dass er mit dem Düsseldorfer Institut nichts zu tun haben will. Und damit wird es verdammt eng für die WestLB. Denn die Dekabank war zuletzt noch als einziger möglicher Partner im Gespräch.

Die Sparkassen und die Landesregierung sollten schon mal einen Plan B ausarbeiten. Und weil die EU-Kommission fast schon überdeutlich gesagt hat, dass sie das Institut als Dauerpatient am staatlichen Tropf nicht dulden will, rücken radikalere Lösungen näher. Möglicherweise muss die WestLB erst zerlegt werden, damit wenigstens Teile von ihr für irgendjemanden attraktiv sein können.

Für die Regierung des christdemokratischen Arbeiterführers Jürgen Rüttgers ist der Niedergang der WestLB ein einziges Desaster. Er hat noch davon geträumt, seiner Düsseldorfer Bank bei einer Fusion eine angemessene Position zu sichern, als er längst hätte froh sein können, sich das Problem vom Hals zu schaffen. So hat er Chancen, etwa auf eine Fusion mit der LBBW in Stuttgart, verstreichen lassen, als es sie noch gab.

Man mag sich nun daran klammern, dass nicht der Chef der Dekabank die Entscheidung trifft, ob eine Fusion mit der WestLB stattfindet, sondern die Eigentümer, also die Sparkassenorganisation. Aber wie aussichtsreich ist eine Fusion, wenn einer der Partner von dem anderen überhaupt nichts wissen will?

Der entscheidende Punkt: Die Dekabank erteilt, ähnlich wie kurz zuvor schon die Helaba, einer Fusion mit der WestLB zu Recht eine Absage. Die Dekabank ist in erster Linie immer noch eine große Fondsgesellschaft, die als Dienstleister für die Sparkassen auftritt. Die Idee, sie mit der WestLB zu verkuppeln, war nie mehr als ein Ausdruck der Verzweiflung.

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