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13.08.2008 
Arcandor

Middelhoffs Nebel

von Christoph Schlautmann

Je näher Arcandor-Chef Thomas Middelhoff dem erklärten Ende seiner Sanierung kommt, desto mehr lichtet sich der Nebel um die tatsächlichen Ergebnisse des Konzernumbaus. Viele Börsianer hatten hier in den vergangenen Jahren offenbar die Orientierung verloren. Sie hielten die Erfolgsmeldungen aus Essen für bare Münze und beförderten die Aktie des ehemaligen Karstadt-Quelle-Konzerns auf über 30 Euro.

Dass das Papier mit knapp über sieben Euro wieder dort ist, wo es bei den ersten Insolvenzgerüchten vor vier Jahren war, hat handfeste Gründe: Der Notverkauf von Konzerntöchtern und Immobilien bewahrte den Handels- und Touristikriesen zwar vor einem vorzeitigen Aus, löste aber die Probleme nicht.

Seit Jahren verlieren Karstadts Warenhäuser Umsatz und Ertrag. Mal ist es angeblich das Wetter, mal die Mehrwertsteuer und mal ist es ein Fußballturnier, das dem schleppenden Geschäft als Grund dient. Erst jetzt, neun Wochen vor dem Ende des offiziell letzten Sanierungsjahres, gesteht der Konzernchef ein, dass die Kosten dort viel zu hoch sind.

Auch im Versandhandel rund um Quelle ist keineswegs klar, wie nachhaltig der angebliche Turn-around ist. Ohne den Zukauf des profitablen TV-Shoppingkanals HSE 24 wäre Arcandor dort defizitär geblieben. So gesehen waren die 160 Mill. Euro für den Sender aus Middelhoffs Sicht gut angelegtes Geld. Den Preis aber zahlen am Ende die Aktionäre.

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