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29.07.2008 
Alcatel-Lucent

Nur auf dem Papier gut

von Holger Alich

Auf dem Papier sah alles so gut aus: Die französische Alcatel, stark bei Kunden in Europa dank des Mobilfunk-Standard GSM und Er-finder der DSL-Internet-Technik, fusioniert mit Lucent, Marktführer in den USA dank des Mobil-Standard CDMA. Beide zusammen bilden einen Weltmarktführer der Telekomausrüster, der gegen die Billig-Konkurrenz aus China bestehen kann. Aber es sah eben nur auf dem Papier gut aus.

Denn zwei Großkonzerne mit Sitz auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu fusionieren, ist per se ein heikles Projekt. Solch eine Aufgabe bei rückläufigen Märkten zu wagen, war zum Scheitern verurteilt. Denn als Alcatel und Lucent vor allem mit sich selbst beschäftigt waren, jagten die Konkurrenten Marktanteile ab.

Im Nachhinein stellt sich auch heraus, dass Lucent für Alcatel der falsche Partner war. Denn die US-Technik CDMA verlor schneller an Marktanteilen und damit an Wert, als anfangs gedacht. Mit der Fusion wollte Alcatel-Chef Serge Tchuruk seine Laufbahn krönen. Nun endet der 70jährige als einer der größten Kapitalvernichter der französischen Wirtschaftsgeschichte.

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