Das Wort "Entschuldigung" geht Telekom
-Chef René Obermann sehr glatt über die Lippen. Immer neue Datenskandale erschüttern das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern in den Konzern. Am Wochenende war es wieder so weit: Der Diebstahl von Datensätzen von rund 17 Millionen Mobilfunkkunden flog auf. Und der frühere T-Mobile-Chef war zur Stelle: "Wir können uns nur entschuldigen."
Die Bekenntnisse von Mr. Sorry wirken aber zunehmend unglaubwürdig. Denn es war der Konzernlenker Obermann, der seine Kunden, darunter auch prominente Manager und Politiker, nicht rechtzeitig über den Riesenskandal informierte. Zeit hätte er genug gehabt. Denn der Diebstahl geschah bereits vor zweieinhalb Jahren. Anzeige zu erstatten, damit staatsanwaltliche Ermittlungen ihren Lauf nehmen, reicht nicht aus. Der Kunde hat ein Recht darauf, sofort zu erfahren, wenn seine persönlichen Daten bei der Telekom
verschwinden.
Eigentlich müsste der frühere Chef der Mobilfunksparte der Profi schlechthin sein. Schließlich will T-Mobile mit dem mobilen Datentransfer künftig das große Geld machen. Doch Obermann und sein Nachfolger bei T-Mobile, Philipp Humm, haben das Thema schleifen lassen. Erst im Mai musste Obermann bekennen, dass jahrelang die Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten und Journalisten ausspioniert wurden.
Noch setzen Obermann und seine Vertrauten in der Konzernzentrale auf die politische Unterstützung durch die Bundesregierung. Doch vielleicht täuschen sie sich in ihrem Großaktionär. Denn auch in Berlin dämmert es vielen Verantwortlichen: Nicht der Datenschutz ist das Problem, sondern dessen Umsetzung. Und Herr Obermann ist Teil dieses Problems.


