Europas Autokonzerne rücken in Krisenzeiten zusammen. Die neue Allianz zwischen BMW
und Fiat zeigt vor allem eins: Für die Autobauer wird es ungemütlich. Hohe Stahlpreise, CO2-Minderungsziele, sinkende Kaufkraft: Da müssen die Häuser ihre Kräfte bündeln, um durch Skaleneffekte die sinkenden Absätze und gestiegenen Kosten zumindest teilweise wettzumachen. Selbst unterschiedliche Marken wie Fiat und BMW
finden zueinander.
BMW
schreckt nicht mehr davor zurück, mit den Italienern zusammenzuarbeiten, deren umstrittener Ruf theoretisch dem eigenen Image schaden könnte. Ihren Kunden können die Bayern die Kooperation als Zusammenarbeit mit Alfa Romeo und nicht mit Fiat verkaufen. Neben Ferrari gehört die Tochter zu den Edelmarken des Hauses. Dass der neue Alfa-Kleinwagen Mi.To tatsächlich auf der Plattform des Fiat Grande Punto hergestellt wird, muss man ja nicht herausposaunen - Alfa Romeo klingt besser.
Außerdem geht es auch bei BMW
nicht um die 5er-Reihe, sondern um den Mini, der in einem anderen Segment spielt. Unter dessen Haube steckt auch schon heute kein BMW
-Motor, sondern einer der französischen PSA-Gruppe. Und falls es BMW
beruhigt: Sie sind nicht die erste deutsche Edelmarke, die ein Abkommen mit Fiat hat. Auch Daimler
arbeitet bereits bei Motoren für Nutzfahrzeuge mit Fiat zusammen.
Die großen Hersteller steuern nicht mehr unbedingt teure Übernahmen an, sondern einzelne Produktallianzen für die Herstellung von Motoren und Plattformen. Wenn es nicht klappt, kann man die Zusammenarbeit beenden. Der italienische Fiat-Konzern setzt seit der misslungenen Allianz mit GM
nur noch auf dieses Modell.


