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23.09.2008 
Ölpreis

Reine Nervensache

von Dirk Heilmann

Auf dem Ölmarkt geht es im Moment zu wie auf der Achterbahn. Die Preise schießen in die Höhe und stürzen tags drauf schon wieder in die Tiefe. Die hektischen Sprünge sind Ausdruck wilder Spekulation ebenso wie tiefer Unsicherheit über die Zukunft der Weltwirtschaft.

Sortieren wir einmal die Einflüsse auseinander: Da sind zunächst die Fundamentaldaten, Öl-Angebot und-Nachfrage. Generell gilt weiterhin, dass es im historischen Vergleich wenig freie Kapazitäten bei den Ölproduzenten gibt. Die Opec beginnt wegen des jüngsten Preisrutschs ihr Angebot herunterzufahren, während die Nachfrage in China und Indien noch nicht stark auf die hohen Preise reagiert hat. Das spricht kurzfristig für Ölpreise von über 100 Dollar je Barrel (159 Liter).

Dann die Weltwirtschaft: Das Ausmaß der Finanzkrise spricht dafür, dass die Nachfrage nach Öl zumindest aus den westlichen Industriestaaten stärker als erwartet schrumpfen wird. Wenn der Abschwung auf China übergreifen und die ganze Weltwirtschaft den Rückwärtsgang einlegen sollte, dann sollten die Ölpreise wieder sinken. Eine natürliche Grenze nach unten bilden die Produktionskosten zum Beispiel in der Tiefsee oder in kanadischen Ölsänden, die bis zu 70 oder 80 Dollar je Barrel reichen.

Dann gibt es noch den Dollar. Der Ölpreis bewegt sich seit Monaten in die jeweils entgegengesetzte Richtung der US-Währung. Bricht der Dollar ein, weil die Angst vor einer Überschuldung der USA wächst, dann treibt das den Ölpreis.

Doch der wichtigste kurzfristige Faktor sind wohl ohnehin die zum Zerreißen gespannten Nerven der Spekulanten. Sie rennen in der Hoffnung auf rasche Gewinne mal in die eine, mal in die andere Richtung. Und das treibt die Preise mal nach oben, mal nach unten

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