Wird es nun doch etwas? In die seit zwei Jahren andauernden Verhandlungen zwischen Eon
und Gazprom
um eine Beteiligung an dem lukrativen Gasfeld Juschno Russkoje ist mit einem neuen Vorstoß von Eon
nun unerwartet wieder Bewegung gekommen.
Seit Monaten ging es nicht voran, denn der explodierende Ölpreis, an den der Gaspreis gekoppelt ist, zerstörte die Bewertungsgrundlage für das Geschäft.Es wurde teurer und teurer. Und für Eon
immer schmerzlicher, weil der andere deutsche Projekt-Partner von Gazprom
, die BASF
-Tochter Wintershall, schon fördert und sich bereits nach neuen Optionen in Russland umschaut.
Doch die Lösung, die Eon
nun anstrebt, widerspricht der Strategie Gazproms
. Denn Eon
will den Einstieg in Russland mit seinem eigenen Paket an Gazprom
-Aktien bezahlen. Dieses Paket galt aber als Unterpfand der Kooperation zwischen den beiden Konzernen. Sie ist den Russen sehr wichtig: Sie wollen ihren Einfluss auf den deutschen Markt ausbauen.
Gazprom
sendet daher gemischte Signale aus. Auf der einen Seite will der Gaskonzern den deutschen Partner wohl nicht völlig vor den Kopf stoßen. Auf der anderen Seite dürfte er kein Interesse an der Lösung haben, die Eon
jetzt vorschlägt. Und die Russen sitzen letztlich mit ihren Rohstoffen am längeren Hebel.
Die Hängepartie wird daher wohl noch eine Weile weitergehen, und wie sie ausgeht, bleibt offen. Es wäre wahrscheinlich das Beste, wenn sich die Partner dazu durchringen würden, die Reißleine zu ziehen und das gemeinsame Gasprojekt zu beerdigen. Und vielleicht geht es im Grunde auch nur noch darum: Wie kommen Gazprom
und Eon
aus der Geschichte heraus, ohne allzu viel Gesicht zu verlieren?

