0 Bewertungen
25.06.2008 
Eon

Russisches Monopoly

Wird es nun doch etwas? In die seit zwei Jahren andauernden Verhandlungen zwischen Eon und Gazprom um eine Beteiligung an dem lukrativen Gasfeld Juschno Russkoje ist mit einem neuen Vorstoß von Eon nun unerwartet wieder Bewegung gekommen.

Seit Monaten ging es nicht voran, denn der explodierende Ölpreis, an den der Gaspreis gekoppelt ist, zerstörte die Bewertungsgrundlage für das Geschäft.Es wurde teurer und teurer. Und für Eon immer schmerzlicher, weil der andere deutsche Projekt-Partner von Gazprom, die BASF-Tochter Wintershall, schon fördert und sich bereits nach neuen Optionen in Russland umschaut.

Doch die Lösung, die Eon nun anstrebt, widerspricht der Strategie Gazproms. Denn Eon will den Einstieg in Russland mit seinem eigenen Paket an Gazprom-Aktien bezahlen. Dieses Paket galt aber als Unterpfand der Kooperation zwischen den beiden Konzernen. Sie ist den Russen sehr wichtig: Sie wollen ihren Einfluss auf den deutschen Markt ausbauen.

Gazprom sendet daher gemischte Signale aus. Auf der einen Seite will der Gaskonzern den deutschen Partner wohl nicht völlig vor den Kopf stoßen. Auf der anderen Seite dürfte er kein Interesse an der Lösung haben, die Eon jetzt vorschlägt. Und die Russen sitzen letztlich mit ihren Rohstoffen am längeren Hebel.

Die Hängepartie wird daher wohl noch eine Weile weitergehen, und wie sie ausgeht, bleibt offen. Es wäre wahrscheinlich das Beste, wenn sich die Partner dazu durchringen würden, die Reißleine zu ziehen und das gemeinsame Gasprojekt zu beerdigen. Und vielleicht geht es im Grunde auch nur noch darum: Wie kommen Gazprom und Eon aus der Geschichte heraus, ohne allzu viel Gesicht zu verlieren?

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige