Bühne frei für die Spanier. Inmitten des größten Tumults auf den Finanzmärkten und täglichen Ankündigungen neuer staatlicher Rettungsaktionen für Banken in den USA und Europa erscheint Spaniens Finanzsystem und insbesondere das größte spanische Kreditinstitut Santander
wie eine Insel der Seligen. Öffentliche Kapitalspritzen für Banken seien sicher eine gute Maßnahme, aber in Spanien nicht nötig, verkündet die spanische Regierung in diesen Tagen ein ums andere Mal. Die spanischen Finanzinstitute hätten kein Solvenzproblem und bräuchten deshalb lediglich vorübergehende Liquiditätshilfen, aber keine staatliche Beteiligung.
Diese Selbstsicherheit hätte kaum anschaulicher bestätigt werden können als durch die heutige Ankündigung von Santander
, dass es über eine komplette Übernahme der US-Bank Sovereign
verhandelt. Gleichzeitig verkündete Santander
, nach Markkapitalisierung mittlerweile die größte Bank der Eurozone, dass es für seine Ableger in Großbritannien keinerlei staatliche Unterstützung von der britischen Regierung in Anspruch nehmen, sondern seine Tochter Abbey vielmehr selbst durch eine Kapitalspritze in Höhe von 1,25 Milliarden Euro stärken werde.
Nun treten die Spanier auch in den USA als Retter auf. Bereits seit 2005 hatte Santander
sukzessive 25 Prozent von Sovereign
gekauft und sich ein Vorkaufsrecht für die restlichen Anteile gesichert. Doch seitdem hat sich die Situation dramatisch geändert.
Sovereign
verzeichnete seit Ende 2007 Milliardenverluste und braucht dringend eine Kapitalspritze. Die Bank aus dem US-Staat Pennsylvania war Ende letzter Woche 3,81 Dollar pro Aktie wert. Auf dieser Basis würde wohl auch der Kaufpreis kalkuliert. Für seine bisherigen Sovereign
-Anteile hatte Santander
noch durchschnittlich 24,8 Dollar pro Aktie bezahlt.


