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30.07.2008  | Aktualisiert 30.07.2008, 18:17 Uhr 
Arcelor-Mittal

Selbstversorger

von Wolfgang Gillmann

Die Stahlindustrie gehört zu den Branchen mit den besten Renditen. Von der weltweit starken Nachfrage profitieren alle Anbieter. Doch der Weltmarktführer Arcelor-Mittal übertrumpft sie alle. Für das zweite Quartal hat er jetzt einen unerwartet hohen Gewinn gemeldet und für das nächste Quartal gleich einen noch besseren Abschluss angekündigt.

Gewiss, der klare Primus am Stahlmarkt profitiert von seiner starken Stellung. Nach der Übernahme der bisherigen Nummer zwei Arcelor ist der von der indischen Familie Mittal geführte Konzern etwa dreimal so groß wie die Nummer zwei Nippon-Steel.

Aber diese schiere Größe erklärt nicht alles. Arcelor-Mittal profitiert entscheidend von seiner Strategie, sich eigenen Zugang zu den Rohstoffen zu verschaffen. Die drei großen Konzerne Rio Tinto, Vale und BHP Billiton kontrollieren zusammen mehr als zwei Drittel des Weltmarktes für Eisenerz. Sie bestimmen die Preise und schlagen kräftig auf. Bis neue Minen erschlossen werden, dauert es lange.

Deshalb hat Firmengründer und Vorstandschef Lakshmi Mittal viel Geld in die Hand genommen und weltweit Kohlebergwerke und Erzminen gekauft. Seinen Bedarf an Kokskohle kann der Konzern schon zu zwölf Prozent decken, bei Eisenerz versorgt sich Arcelor-Mittal bereits zu 45 Prozent aus eigenen Quellen. Diese Investitionen kosten zwar viel Geld, zahlen sich jetzt aber aus.

Die Konkurrenten haben dieses Geld nicht. "Dafür sind wir zu klein", gestand Salzgitter-Chef Wolfgang Leese kürzlich ein. Thyssen-Krupp will das Wagnis der hohen Investitionen in Eisenerzminen nicht allein eingehen und sucht international Partner. Doch dann könnte der Stahlboom vorbei sein. Derweil verdient der Branchenführer prächtig.

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