Denn Air-Berlin-Chef Joachim Hunold steckt in der Zwickmühle. Angesichts des Rekordölpreises und der nachlassenden Nachfrage, die die Luftfahrtbranche in eine Krise gestürzt haben, sollte er ohnehin die Finger von weiteren Abenteuern lassen. Das anfällige Langstreckengeschäft von Condor und die durch die Integration der Fluglinie zu erwartende Komplexität sind das Letzte, was er jetzt braucht. Die finanzielle Lage von Air Berlin
ist ohnehin schon angespannt.
Hunold hätte von sich aus die Fusion aber kaum abblasen können. Mit jedem Versuch in diese Richtung hätte er seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt. Denn viel zu sehr hatte sich der Selfmademan im September gefreut, Lufthansa
-Chef Wolfgang Mayrhuber mit seinen Condor-Plänen eins auszuwischen. Mit Thomas Cook
hätte Hunold einen strategischen Investor gewonnen und mit Condor-Chef Ralf Teckentrup einen erfahrenen Manager und möglichen Nachfolger: Das sah im September alles noch sehr gut aus.
Doch heute kann ihm die Absage von Thomas Cook
nur recht sein. Er sollte sie als Chance für eine "Sicherheitslandung" sehen, wie es im Luftfahrtjargon heißt. Möglicherweise entgeht er so einer späteren Notlandung.
Er wird es ohnehin schwer genug haben, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft sicher auf den Boden zu bekommen, nachdem sie nach ihren Höhenflügen in gefährliche Turbulenzen geraten ist.


