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29.06.2008 
Siemens

Sturmfeste Bude

von Axel Höppner

Der massive Stellenabbau bei Siemens verheißt nichts Gutes. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat Siemens Speck angesetzt. Die Kosten von Vertrieb und Verwaltung sind doppelt so hoch wie bei der Konkurrenz. Zudem hat der radikale Konzernumbau mit schlankeren Strukturen viele Jobs überflüssig gemacht. Dennoch könnte der Abbau von 6400 Stellen bei Siemens in Deutschland ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die Party am Arbeitsmarkt ihrem Ende entgegengeht. Konzerne wie Siemens fangen an, sich für den erwarteten Abschwung sturmfest zu machen.

Der konjunkturelle Gegenwind wird in den kommenden Monaten zunehmen. Vor allem die weltweit anziehende Inflation und die hohen Rohstoffpreise bereiten Siemens-Chef Peter Löscher Sorge. Allein darauf zu vertrauen, dass Wachstumsmärkte wie China und Indien es schon richten werden, wäre gewagt. Sollte die US-Konjunktur einbrechen, wird das nicht ohne Folgen für den Rest der Welt bleiben. Schließlich geht ein großer Teil des chinesischen Exportgeschäfts in die USA.

Dass Löscher pünktlich zu seinem einjährigen Dienstjubiläum zum großen Schlag ausholt, passt zu seiner bisherigen Strategie. In einem ersten Schritt hatte er dem vom Schmiergeldskandal gebeutelten Unternehmen strenge Compliance-Systeme, einen Konzernumbau und einen Austausch fast der gesamten Führungsspitze verordnet. In einem zweiten Schritt wurden operative Altlasten beseitigt: im Kraftwerksbau, der Verkehrstechnik und der IT-Sparte.

Nun also Teil drei. Löscher belässt es nicht bei der angekündigten Verschlankung in Vertrieb und Verwaltung. Quasi im Windschatten werden auch in Sparten wie der Verkehrstechnik massiv Arbeitsplätze gestrichen. Ob der Konzern nun alle Altlasten beseitigt hat, wird sich zeigen, wenn das Konjunkturklima rauer wird.

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