Ein Unternehmen nach dem anderen kommt derzeit wegen der Finanzkrise ins Straucheln. Noch schlimmer ergeht es dem Chiphersteller Qimonda. Das Unternehmen stand schon kurz vor dem Aus, als es der Wirtschaft noch hervorragend ging. Jetzt, da sich die Konjunktur eintrübt, sieht alles danach aus, als sei das Schicksal der ehemaligen Speichersparte von Infineon
endgültig besiegelt.
Daran ändert auch der Strategieschwenk nichts, den Konzernchef Kin Wah Loh gestern verkündete. Denn zu oft schon hat das Unternehmen die Wende zum Besseren versprochen. Doch jedes Mal wurde die Lage nur noch schlimmer. Die 300 Millionen Euro, die in den nächsten Tagen durch einen Werksverkauf an den Wettbewerber Micron
in die Kasse fließen, sind deshalb nicht mehr als eine Wiederbelebungsmaßnahme für einen Verletzten, der kaum noch zu retten ist.
So weit hätte es allerdings nicht kommen müssen. In den vergangenen Jahren hatte Infineon
mehrmals die Möglichkeit, seine Speichersparte zu veräußern. Doch entweder wollte das Management sich nicht von dem Bereich trennen, oder der Aufsichtsrat hat nicht mitgespielt. Dabei hätten die Manager in früheren Jahren noch Milliarden für das Geschäft einstreichen können.
Doch das sind nicht die einzigen Fehler der Vergangenheit. Qimonda hat es auch verpasst, technologisch mitzuhalten. Das rächt sich jetzt, da die Preise für Speicherchips massiv unter Druck geraten sind. So ist es kein Wunder, dass sich in den vergangenen zwei Jahren kein Käufer für den Mehrheitsanteil gefunden hat, den Infineon
noch immer an Qimonda hält. Freuen kann sich in diesen Tagen lediglich die Konkurrenz. Die hat bald wohl einen Wettbewerber weniger.


