Nichts ist unmöglich, lautete der berühmte Werbespruch des japanischen Autobauers Toyota
. Tatsächlich sah es lange so aus, als operiere der Branchenprimus aus Japan in einer anderen Liga als die Konkurrenz. So zuverlässig schrieb der Konzern Jahr für Jahr Rekordergebnisse und neue Höchstzahlen beim Absatz.
Doch angesichts der Melange aus Konjunkturflaute, hohen Rohstoff- und Ölpreisen zeigt sich: Auch ein wirtschaftlicher Dämpfer ist keineswegs unmöglich. Toyota
ist verwundbar, lautet die neue Botschaft - für die Japaner und für die ganze Branche.
Die Hände reiben kann sich aber VW
-Boss Martin Winterkorn. Wegen der schwachen Stellung in den USA sind die Wolfsburger von der Krise dort wenig betroffen und marschieren stur weiter auf Wachstumskurs. VW
rückt damit seinem Ziel, Toyota
einzuholen, näher. Aber noch trennen die Konzerne weiter Welten.
Vor allem eine alte Stärke von Toyota
, seine wichtige Rolle auf dem US-Markt, gereicht ihm jetzt zum Nachteil. Der Hersteller, der in den USA inzwischen der zweitgrößte Autobauer ist, bekommt den Einbruch des größten Automarktes der Welt massiv zu spüren. Nun rächt es sich vor allem, dass ausgerechnet die Japaner, die sonst ein grünes Image pflegen, Anfang 2007 mit schweren Pick-ups in den USA vorgefahren sind - einem Markt, der nun erdrutschartig einbricht. Die margenstarken Spritschleudern sollten die Renditen sichern. Nun werden sie zum Bumerang.
Für Schadenfreude ist aber weder in Wolfsburg noch anderswo Anlass. Die Gewinnwarnungen von BMW
und Daimler
sollten zur Demut mahnen. Das Denkmal Toyota
wankt zwar. Aber weder VW
noch GM
dürften in absehbarer Zeit in der Lage sein, es vom Sockel zu stoßen.


