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31.07.2008 
Epcos

Weitsichtiger Verzicht

Na also, nun hat Epcos doch noch einen starken Partner gefunden. Das Unternehmen, das elektronische Bauelemente herstellt, ist ein gutes Beispiel dafür, dass Unabhängigkeit kein Wert an sich ist. Es war weitsichtig von Vorstand und Aufsichtsrat, sich aktiv auf die Partnersuche zu machen und dabei auf die Eigenständigkeit zu verzichten.

Die vergangenen Jahre waren ein Trauerspiel für die Gesellschaft, die der Siemens-Konzern einst, wie Infineon, an die Börse geschickt hatte. Niedrige Margen oder gar Verluste, hausgemachte Fehler und schwache Aktienkurse prägten das Bild. Die Übernahme durch den japanischen TDK-Konzern ist daher wohl das Beste, was Epcos passieren konnte.

Nach dem Schritt in die Unabhängigkeit erlebte das einstige Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Matsushita eine kurze Blütezeit, zog sogar in den Deutschen Aktienindex ein. Doch in einer Branche, die von brutalem Preisverfall geprägt ist, hatte es Epcos von Anfang an schwer. Gerade in der Elektronikindustrie spielt die Musik inzwischen vor allem in Asien. Epcos tat sich schwer, die Märkte von Europa aus zu bedienen. So blieb nicht viel mehr übrig, als permanent an der Kostenschraube zu drehen und die Produktion sukzessive in Billiglohnländer zu verlagern. Zwar machte Epcos auf der Kostenseite Fortschritte, mit einer operativen Marge im einstelligen Prozentbereich ist das Unternehmen aber noch immer schwach auf der Brust. Eine eigene, große Akquisition in Asien war da nur schwerlich möglich - da blieb nur der umgekehrte Weg.

TDK scheint ein starker Partner zu sein. Die Unternehmen ergänzen sich gut, der künftig fusionierte Bauelemente-Riese steigt in die Weltspitze auf. Allein hätte Epcos das nicht geschafft.

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