Image von Banken
„Wenn du einen Freund brauchst...

...dann kauf dir einen Hund“, sagt Investmentbanker Gordon Gekko im Kinohit „Wall Street“. Das war in den Achtzigern. In den Fünfzigern waren Banker noch Bankiers. Und heute? Über das Image und Selbstverständnis einer Branche.
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Wer im Rolls-Royce durch Frankfurt fährt, kriegt von mir keinen Pfennig Kredit.“ Der flotte Spruch stammt tatsächlich von einem Bankchef – genauer gesagt von Hermann Josef Abs, dem Übervater der Deutschen Bank, der in den 1950er- und 1960er-Jahren die Geschicke des Frankfurter Geldhauses lenkte. Eigentlich war Abs als angestellter Manager das, was man heute einen Banker nennen würde. Aber das entsprach so gar nicht dem Selbstverständnis des ehemaligen Partners des privaten Bankhauses Delbrück, Schickler & Co: „Ich behalte mir aus einer gewissen Eitelkeit den Titel Bankier vor“, war seine Meinung dazu.

Von Abs stammt auch das Zitat: „Gewinn ist gut, aber nicht alles.“ Worte aus einer anderen Zeit. Viele würden wohl sagen, aus einer besseren Zeit – als die Marktwirtschaft noch sozial war und Banker noch Bankiers waren – oder sich zumindest so fühlten.

Im kommenden Jahr wird Anshu Jain, Chefinvestmentbanker der Deutschen Bank, auf den Posten rücken, den Abs einst innehatte. Das Zahlengenie Jain wuchs in Neu-Delhi auf und entwickelte sich in den USA zum lupenreinen Investmentbanker angelsächsischer Prägung. Jain war einer der Ersten, der den Siegeszug komplexer Derivatekonstruktionen vorausgesagt hat. Er und sein verstorbener Mentor Edson Mitchell machten aus dem Geldhaus in der deutschen Provinz eine Weltmacht im Investment-Banking. Heute ist Jain der Herr über ein Heer von Händlern. Sie treiben eine Geldmaschine an, die die Konkurrenz mit einer Mischung aus Angst und Respekt als „Flowmonster“ bezeichnet.

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