Turbinen-Hersteller: Bei Rolls-Royce sinkt der Umsatz

Turbinen-Hersteller
Bei Rolls-Royce sinkt der Umsatz

Zum ersten Mal seit elf Jahren sinkt beim britischen Triebwerkehersteller Rolls-Royce der Umsatz. Chef Josh Rishton führt den Rückgang auch auf sinkende Staatsausgaben für Armeen zurück.
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DerbyDer britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce schraubt erneut seine Gewinnerwartungen zurück, der Konzern kämpft außerdem mit sinkenden Umsätzen. Im Jahr 2014 gingen die Einnahmen um sechs Prozent auf 14,6 Milliarden Pfund zurück. Der Gewinn vor Steuern brach um 8 Prozent auf 1,62 Milliarden Pfund (2,18 Milliarden Euro) ein, teilte das Unternehmen am Freitag im britischen Derby mit. Wegen zunehmender Geschäftsunsicherheit in besonders ölpreisabhängigen Abnehmerbranchen wie Rohstoff- und Bauindustrie hält das Management mittlerweile sogar einen deutlichen Rückgang im laufenden Jahr für möglich. Die Prognose für den Vorsteuergewinn senkte es am Freitag auf 1,4 bis 1,55 Milliarden Pfund (1,9 bis 2,1 Milliarden Euro). Das wären bis zu 13 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, als das Ergebnis bereits um acht Prozent geschrumpft war. Bereits im Oktober hatte Rolls-Royce die Anleger mit einer Gewinnwarnung für 2015 verschreckt.

Vorstandschef John Rishton führte die Entwicklung auf fallende Rohstoffpreise, aber auch geringere Ausgaben der Staaten für ihre Armeen zurück. Rolls Royce ist weltweit der zweitgrößte Hersteller von Flugzeugtriebwerken nach General Electric, das Unternehmen produziert auch Komponenten für Kriegsschiffe und Militärflugzeuge. Aber die Briten beliefern mit ihren Maschinen auch Kunden in der Öl- und Gasindustrie, im Bergbau, der Energieerzeugung und der Baubranche. Manche von diesen stornieren oder verschieben Aufträge, weil der stark gesunkene Ölpreis ihr Umsatzaussichten trübt.

Vor mehreren Wochen hatte Rolls Royce angekündigt, in der Luftfahrtsparte 2600 Stellen der weltweit rund 55.000 Stellen zu streichen. Die Werke in Deutschland sollen davon nicht betroffen sein.

Rolls Royce war 2010 in die Schlagzeilen geraten, als seine Turbinen vom Typ Trent 900 Probleme bei Airbus-380-Flugzeugen verursachten. Ein Teil der damals knapp 40 weltweit verkehrenden A380-Flugzeuge mit den aus Derby gelieferten Motoren mussten wochenlang aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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