1,3 Millionen Fahrzeuge betroffen – Neue Probleme für Vorstandschef Cordes
Rückrufaktion erschüttert Daimler-Chrysler

Bereits im letzten Quartal 2004 musste Daimler-Chrysler die Rückstellungen für Garantie- und Kulanzleistungen und mögliche Rückrufaktionen bereits auf 1,2 Mrd. Euro verdoppeln. Nach Einschätzung des Auto-Analysten Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank wurde die Hälfte der Summe für Qualitätsmängel bei Mercedes-Benz zurückgestellt. Stürzer rechnet nach der jüngsten Rückrufaktion mit einer erneuten Belastung des Mercedes-Ergebnisses in dreistelliger Millionenhöhe. „Ich gehe davon aus, dass Mercedes für das erste Quartal 2005 abermals Rückstellungen tätigen wird“, sagte Stürzer. Ein Konzernsprecher sagte: „Zu den Kosten machen wir keine Angaben.“ Daimler-Chrysler will am 28. April die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2005 vorlegen.

Branchenkreisen zufolge wurde schon im vergangenen Mai für den weltweiten Rückruf von 680 000 Fahrzeugen der E- und SL-Klasse ein dreistelliger Millionenbetrag fällig. Im Februar dieses Jahres kamen Qualitätsmängel bei Mercedes-Diesel-Fahrzeugen hinzu, die auf fehlerhafte Einspritzpumpen des Zulieferers Robert Bosch zurückzuführen waren. Zeitweise musste die Produktion in mehreren Werken gestoppt werden. Auch bei der jüngsten Rückrufaktion stammten viele beanstandete Bauteile von Bosch. Ein Unternehmenssprecher des Zulieferers sagte, noch sei es zu früh, um über mögliche Schadensersatzansprüche zu reden.

Dramatischer als die direkten finanziellen Folgen ist für Schrempp und Cordes der mit der jüngsten Rückrufaktion verbundene erneute Imageverlust: Gelten Mercedes-Fahrzeuge nicht mehr als zuverlässig, lassen sich auf Dauer die Preisaufschläge für die Premiumfahrzeuge kaum noch durchsetzen.

Im vergangenen Jahr erlitt die Mercedes-Gruppe einen überraschend starken Gewinneinbruch. Im vierten Quartal musste die langjährige Ertragsperle sogar einen operativen Gewinneinbruch um 97 Prozent verkraften. Ziel von Cordes ist es, die Kernmarke durch einen drastischen Sparkurs wieder profitabler zu machen. Mit dem Effizienzsteigerungsprogramm „Core“, das vorerst auch einen Einstellungsstopp beinhaltet, soll der Gewinn bis 2007 um 3 Mrd. Euro auf eine neue Rekordhöhe katapultiert werden. Angesichts der sich jetzt abzeichnenden neuen Rückstellungen halten Analysten Cordes’ Gewinnziel jedoch für äußerst ambitioniert.

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