1,6 Milliarden Dollar Quartalsverlust
Opel entgeht neuen GM-Einschnitten

Der weltgrößte Autohersteller General Motors (GM) hat im dritten Quartal einen deutlichen Verlust hinnehmen müssen. Der Konzern will nun Werke schließen und Tausende Stellen kappen. Die deutsche Tochter Opel ist von den Einschnitten jedoch nicht betroffen.

HB DETROIT. „Ich sehe momentan keine Querverbindung“, sagte ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim. Das Europa-Geschäft von GM stand bereits im vergangenen Jahr im Zentrum der Sanierung. Bis 2007 sollen 9000 der ehemals 32 000 Stellen in den deutschen Opel-Werken wegfallen, davon 6000 über ein Abfindungsprogramm.

Zur Bewältigung der ausufernden Milliardenverluste in Nordamerika einigte sich GM mit der Automobilarbeiter- Gewerkschaft UAW auf eine Senkung der Ausgaben zur Gesundheitsversorgung für hunderttausende GM-Arbeiter um jährlich drei Milliarden Dollar vor Steuern. Nach der vorläufigen Vereinbarung sinken die Verbindlichkeiten von GM gegenüber den pensionierten Mitarbeitern um 15 Milliarden Dollar oder um ein Viertel der auf den Stundenlohn entfallenden Sozialkosten. Das erklärte GM-Chef Rick Wagoner am Montag in Detroit. Die in bar anfallende Entlastung bezifferte GM auf 1 Milliarde Dollar im Jahr.

In diesem Jahr werden die Sozialausgaben für Beschäftigte und Rentner den GM-Konzern nach dessen Angaben mit bis zu 6 Milliarden Dollar belasten. 1,1 Millionen Menschen profitieren von dem Geld, darunter auch die Familienangehörigen der GM-Mitarbeiter.

Die Milliarden schmerzen GM sehr. Der weltgrößte Autokonzern steckt zur Zeit in der wohl größten Krise seiner Geschichte. Sinkende Absatzzahlen, ein Berg von Schulden, eine ruinöse Rabattschlacht sowie die steigenden Pensions- und Gesundheitskosten haben sich zu einer Bürde aufgetürmt, die den 1908 gegründeten Konzern immer mehr in die Knie zwingen. Als ehemalige Muttergesellschaft des vor knapp zwei Wochen in Konkurs gegangenen Autozulieferers Delphi muss GM nun zudem die Pensions- und Krankenkassenverpflichtungen für die meisten Delphi-Mitarbeiter tragen. Auf den Konzern könnten nach Angaben vom Montag zusätzliche Belastungen von bis zu 12 Mrd. Dollar zukommen.

Die Skepsis wächst, ob Wagoner das Ruder noch herumreißen kann. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte die Kreditwürdigkeit von GM, die sich bereits auf Ramschstatus befindet, vergangene Woche erneut herab. Sogar das Wort Konkurs macht die Runde. Der GM-Marktanteil ging auf 14,6 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 15,4 Prozent zurück. Noch deutlicher fiel das Minus im Nordamerika-Geschäft aus. Hier fiel der Marktanteil von 28,5 auf 25,6 Prozent.

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