10 Forderungen: Aufruf zu nachhaltigem Wirtschaften

10 Forderungen
Aufruf zu nachhaltigem Wirtschaften

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung hält die bisherigen Leistungen von Politik und Unternehmen in diesem Bereich für unzureichend.
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Berlin„Wünschenswertes wird nicht getan, Mögliches bleibt unerledigt, Visionen fehlen. Vorreiter-Unternehmen sind isoliert“, kritisiert die Ratsvorsitzende Marlehn Thieme.

Auf EU-Ebene sieht es kaum besser aus: Nur etwa 1 000 von 42 000 Großunternehmen betreiben Corporate Social Responsibility (CSR) strategisch, bemängelt die EU-Kommission. Sie definiert CSR als die Verantwortung der Unternehmen für die Auswirkungen ihres Geschäfts auf die Gesellschaft. Die Umwelt ist inbegriffen, weil negative ökologische Folgen die Gesellschaft belasten. Um das nachhaltige Wirtschaften voranzubringen, fordert der RNE beispielsweise, dass mehr Unternehmen eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung einführen.

Vorbild hierfür ist der Sportartikelhersteller Puma, der eine solche Rechnung 2011 vorlegte. Unternehmen – auch öffentliche – sollen nach Ansicht des Rats zudem den Deutschen Nachhaltigkeitskodex anwenden und Erklärungen abgeben, in denen sie die Umwelt- und Sozialrisiken ihres Geschäfts und ihre öko-sozialen Leistungen publik machen.

Von der Politik fordert der Rat unter anderem eine „stärker auf Nachhaltigkeit orientierte Fiskalpolitik, eine strategisch nachhaltige öffentliche Beschaffung sowie die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei Beamtenpensionsfonds und Versorgungsrücklagen des Bundes und der Länder“. Begleitet werden müsse dies von einer Innovationsstrategie und regelmäßigen Fortschrittsberichten.

Zur Konkretisierung seiner Handlungsempfehlungen ruft der Rat zur öffentlichen Beteiligung auf. Noch bis zum 31. Januar 2013 können Interessierte entsprechende Vorschläge einreichen. Mit diesen wird sich im nächsten Jahr eine Expertengruppe befassen.

Susanne Bergius
Susanne Bergius
/ selbstständige Journalistin

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