10 Prozent mehr
BASF knackt die Forschungs-Milliarde

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will in 2006 für Forschung und Entwicklung 10 Prozent mehr ausgegeben als noch im laufenden Jahr. Unterm Strich macht das 1 Milliarde Euro und einige neue Arbeitsplätze.

HB LUDWIGSHAFEN. „In wichtigen Regionen der Welt baut die BASF zusätzliche Forschungskapazitäten auf und stellt dafür gezielt Fachexperten ein“, sagte BASF-Forschungsvorstand Stefan Marcinowski am Montag in Ludwigshafen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, ausgenommen das Öl- und Gasgeschäft, sollen 2006 auf etwa 1,15 Mrd. Euro steigen nach den rund 1,05 Mrd. Euro zum Jahresende 2005.

Besonderes Augenmerk legt BASF dabei auf die fünf Bereiche Energiemanagement, Rohstoffwandel, Nanotechnologie, Pflanzenbiotechnologie und „Weiße Biotechnologie“. Insgesamt sollen dafür in den kommenden drei Jahren 800 Mill. Euro an Forschungsgeldern zur Verfügung stehen. BASF wolle Anfang 2006 ein neues Forschungszentrum für Nanostrukturen in Singapur eröffnen. Andere Forschungsstätten des Konzerns, wie etwa in Evans City und Raleigh in den USA sowie im indischen Thane, würden zusätzliche Mitarbeiter erhalten. Insgesamt werde im Konzern die Anzahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter um mehr als zehn Prozent im Vergleich zu 2004 wachsen. Geplant seien rund 180 neue Stellen in den kommenden Jahren, auf Ludwigshafen und Limburgerhof kämen 80 zusätzliche Wissenschaftler.

Derzeit wendet BASF, den Öl- und Gasbereich ausgeklammert, mehr als drei Prozent gemessen am Umsatz für Forschung und Entwicklung aus. Dies soll nach Angaben des Managements auch in Zukunft so bleiben. „Wir werden auch weiterhin über Drei-Komma liegen“, betonte Marcinowski. Eine Steuerungsgröße für den Konzern sei dies aber nicht.

Den größten Teil der Forschungsgelder investiert BASF in die Biotechnologie. Etwa 270 Mill. Euro sind in den Jahren 2006 bis 2008 für die Pflanzenbiotechnologie vorgesehen, weitere 150 Mill. Euro sollen in die Forschung für „weiße Biotechnologie“ fließen. Weiße Biotechnologie ist bei den Ludwigshafenern etwa die Forschung an Enzymen, Aminosäuren und Vitaminen.

In das Gebiet der chemischen Nanotechnologie, dazu gehört beispielsweise die Forschung an kleinsten Pigmenten oder an Schaumstoffen mit winzigen Poren, will BASF 180 Mill. Euro stecken. BASF traut dem Endverbrauchermarkt für Nanotechnologie ein Wachstum von jährlich zehn bis 15 Prozent zu auf rund 500 Mrd. Euro im Jahr 2010. Der Chemieriese erwirtschaftet derzeit mit Produkten, die mit Nanotechnologie zu tun haben, etwa 2 Mrd. Euro Umsatz.

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