100-Tage-Bilanz
BDI fordert Nachbesserung der Unternehmensteuerreform

Der BDI sieht Nachbesserungsbedarf bei der Unternehmensteuerreform: Vor allem jene Regeln, die den Verlustabzug vor Steuern einschränken, müssten überarbeitet werden, fordert BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf.

BERLIN. Die Unternehmensteuerreform wirkt an einigen Punkten stärker zum Nachteil deutscher Konzerne, als die Unternehmen erwartet hätten. Diese Bilanz zieht BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf 100 Tage nach Inkrafttreten der Reform. Schnappauf kritisiert vor allem jene Regeln des Gesetzes, die den Verlustabzug von der Steuer einschränken.

„Werden Unternehmen aufgekauft, um sie zu sanieren, können bestehende Verlustvorträge nicht mehr genutzt werden. Das verhindert so manche Unternehmensrettung“, sagte Schnappauf dem Handelsblatt. Diesen Nachteil müssten eigentlich auch die Bundesländer spüren: Der Verkauf angeschlagener Landesbanken dürfte extrem schwierig werden, wenn der neue Eigentümer die Verluste nicht abschreiben kann.

Mit der Unternehmensteuerreform wurde die Steuerlast für Firmen um fast ein Viertel auf unter 30 Prozent gesenkt. Diese Entlastung findet gerade in der derzeit guten Konjunktur viel Lob bei Unternehmern. Viele sähen sich dadurch, wie von der Bundesregierung gewünscht, zu Investitionen in Deutschland motiviert.

Die zahlreichen Bausteine, mit denen die schwarz-rote Koalition die Steuerausfälle begrenzen will, schlagen nach der 100-Tage-Bilanz des BDI dagegen stärker negativ zu Buche als erwartet. Vor allem der eingeschränkte Verlustabzug bei Übernahmen und die neue Zinsschranke, nach der nur noch ein Teil der Zinskosten bei der Steuer geltend gemacht werden können, wirkten sich zum Nachteil der Konzerne aus.

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