1000 Stellen fallen mindestens weg
Deutsche Ford-Werker büßen für Fehler der US-Mutter

Ford Deutschland hat angekündigt, sich bis zum Jahresende von 1000 Mitarbeitern zu trennen - erstmal noch auf freiwilliger Basis. Für 2006 hat der Autobauer dann eine härtere Gangart angekündigt. Der Grund für den Kahlschlag liegt in den USA.

HB DÜSSELDORF. „Wir wollen durch Vorruhestands- und Abfindungsregelungen bis Ende 2005 rund 1000 Stellen abbauen“, sagte der Sprecher der deutschen Ford-Werke am Freitag in Köln. „Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, können wir ab 2006 betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen.“ Bis Ende 2005 sind durch eine Standortsicherungsvereinbarung Kündigungen ausgeschlossen.

Gesamtbetriebsratschef Dieter Hinkelmann bezifferte den Abbau auf bis zu 1350 Mitarbeiter und sprach von einem „Kahlschlag“ in der Belegschaft, der die Funktionsfähigkeit des Autobauers gefährde. Die deutsche Ford-Werke GmbH beschäftigt 19 000 Menschen in Köln und 6500 in Saarlouis. Die Stellenstreichungen werden vor allem für Köln angestrebt. Organisatorisch gehört auch noch das Werk im belgischen Genk mit 4500 Mitarbeitern zu Ford Deutschland.

In einem Schreiben an die Belegschaft, aus dem der „Kölner Stadt-Anzeiger“ in seiner Freitagsausgabe zitiert, verweist die Geschäftsführung auf die anhaltend schlechten Ergebnisse des US-Mutterkonzerns und auf ein „weiterhin schwieriges wirtschaftliches Umfeld“. Weltweit will sich Ford von 10 000 Mitarbeitern trennen, 2600 davon in Europa. Ford leidet wie sein größerer Konkurrent General Motors unter dem starken Wettbewerb auf dem US-Markt. Beide Hersteller versuchen verzweifelt, ihre Wagen mit hohen Rabatten in den Markt zu drücken - mittlerweile erfolglos.

Der Ford-Konzern fuhr im abgelaufenen Quartal einen Verlust von 284 Millionen Dollar ein. Darin ist auch ein Verlust von 55 Millionen Dollar von Ford Europe enthalten; die deutsche Ford-Werke GmbH legt keine eigene Bilanz vor.

Betriebsratschef Hinkelmann warf dem Management vor, die angestrebte Steigerung der Produktion in Europa von 1,7 auf 2 Millionen Fahrzeuge pro Jahr sei mit einer reduzierten Personaldecke nicht zu schaffen. Ein Ford-Sprecher pflichte ihm zwar bei, dass Ford qualifizierte Leute brauche. Dennoch müssten Stellen abgebaut werden: „Wir sind zum Handeln gezwungen.“

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