120 bis 130 Euro je Tonne teurer
Thyssen-Krupp will Stahlpreise erhöhen

Der wegen der explodierenden Rohstoffkosten unter Druck stehende Stahlkonzern Thyssen-Krupp will in den kommenden Monaten seine Preise weiter erhöhen. Die Marktbedingungen ließen wesentliche Preissteigerungen zu, sagte Finanzchef Ulrich Middelmann am Freitag während einer Analystenkonferenz in London. Die Preise für Flachstahl könnten im dritten Quartal um 120 bis 130 Euro je Tonne angehoben werden.

rtr DÜSSELDORF. Er bekräftigte jedoch, dass der deutsche Branchenprimus im Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende September) auch mit Preissteigerungen die höheren Rohstoffkosten nicht komplett wettmachen könne.

Zur Produktion einer Tonne Stahl werden etwa zwei Tonnen an Rohstoffen wie Eisenerz und Kokskohle benötigt. Beim Eisenerz haben Unternehmen wie Thyssen-Krupp kürzlich Aufschläge von 65 Prozent akzeptiert. Der Rohstoffmarkt wird von wenigen Unternehmen, wie Vale, Rio Tinto und BHP Billiton dominiert, so dass selbst große Stahlkonzerne eine schwache Verhandlungsposition haben.

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Thyssen-Krupp und der deutsche Branchenzweite Salzgitter verfügen nicht über eigene Minen oder größere Beteiligungen. Thyssen-Krupp hatte 2001 seine brasilianische Erzgrubentochter Ferteco an CVRD, den heutigen Vale-Konzern, verkauft. Eine Rückkehr in das Minengeschäft ist Middelmann zufolge wegen der hohen Preise kaum möglich. Eisenerz-, Kohle-, Nickel- oder Chrom-Minen seien kaum zu bezahlen. „Das können wir uns mit Sicherheit nicht leisten“, sagte er.

Der Konzern will jedoch nach seinen Worten versuchen, den Zeitpunkt seiner Verträge für den Stahlverkauf näher an die eigenen Abschlüsse mit den Lieferanten zu legen. Thyssen-Krupp verkaufe seinen Stahl zu 90 Prozent über Jahres-, Halbjahres- und Quartalsverträge, die von Januar bis Ende Dezember laufen. Die Eisenerzverträge werden hingegen in der Regel zum 1. April eines Jahres mit einer Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen.

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