120 Unternehmen bewerben sich um Konzessionen
Ölfirmen planen Rückkehr in den Irak

Der Irak steht nach Regierungsangaben kurz vor einer Einigung mit ausländischen Investoren, die der Ölindustrie des Landes zu neuem Schwung verhelfen wollen. Strittig ist offenbar noch, wie die Förderrechte bezahlt werden sollen.

fsp/Bloomberg BAGDAD. Während das Ölministerium für Konzessionen Geld sehen will, würden die Konzerne lieber mit Öllieferungen bezahlen, sagte ein Mitarbeiter des Ölministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte. Er sei aber optimistisch, dass noch im Juli eine Einigung erzielt werde. Nach Informationen der New York Times sollen die ersten Vorverträge am Montag unterzeichnet werden.

Der Irak verfügt über die drittgrößten Ölreserven der Welt, doch nach der US-Invasion vom März 2003 brach die Förderung ein. Die irakische Regierung verhandele mit Shell, Exxon Mobil, Chevron und Total, um die Ölproduktion in den kommenden Jahren auf vier Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag zu steigern, hatte Ölminister Hussain el Shahristani bereits im April erklärt. Sollte der Irak tatsächlich dauerhaft auf den internationalen Ölmarkt zurückkehren könnte das die angespannte Lage weiter entlasten.

Nach der US-Invasion hatten die großen Ölkonzerne nicht mehr im Irak investiert, weil die Sicherheitslage es nicht zuließ und die Regierung bei der Verabschiedung eines Ölgesetzes nicht vorankam - weil sich die Regionen nicht auf die Verteilung der Öleinnahmen einigen konnten. Da sich die Sicherheitslage inzwischen verbessert hat wenden sich die großen Konzerne nun wieder dem Irak zu - einem der letzten Länder, in dem sie ihre Reserven noch aufstocken können. Rund 120 Unternehmen aus den USA, Europa und Asien hatten sich für eine Konzession interessiert. Shell und BP, die beiden größten europäischen Ölkonzerne, verhandeln etwa mit der irakischen Regierung über technische Unterstützung bei der Erschließung der wichtigsten Ölfelder des Landes.

"Wir stehen in Verhandlungen über einen Vertrag, der es uns erlaubt, die technische Hilfe, die wir für einige Jahre gewährt haben, fortzusetzen, sagte BP-Sprecher David Nicholas. Er konnte aber nicht sagen, wann die Gespräche zu einem Abschluss kommen.

Shell spricht mit Bagdad über eine Erhöhung der Produktion in Kirkuk im Norden des Landes und führt zudem ein Konsortium an, das das Missan-Ölfeld im Süden erschließen soll, wie Unternehmenssprecher Adam Newton mitteilte. Shells Engagement im Irak endete 1973, als die irakische Regierung die Anteile des Unternehmens an der Basra Petroleum Company (BPC) übernahm. 1975 wurden alle ausländischen Beteiligungen verstaatlicht. Sein Unternehmen sei "sehr gut vorbereitet, um in den Irak zurückzukehren, hatte Shell-Chef Jeroen van der Veer bereits im April erklärt. "Wir müssen die Spielregeln kennen." Er hoffe, dass die Ölgesetzgebung der irakische Regierung bis Ende des Jahres in Kraft trete, sagte Van der Veer.

Aus den 120 Interessenten habe die Regierung inzwischen 35 ausgewählt, die an der Lizensierungsrunde teilnehmen könnten, hatte der Sprecher des Ölministeriums, Asim Jihad, erklärt. Das Land plant, die Ölfelder Süd-Rumaila, West-Qurna, Zubair und Kirkuk für ausländische Investoren zu öffnen. Im Mai hatte das Ministerium darüber hinaus internationale Konzerne eingeladen, das Akkas-Gasfeld an der syrischen Grenze zu erschließen. Die südlichen Ölfelder, die zur Erschließung anstehen, haben eine Produktionskapazität von rund 1,7 Mill. Barrel pro Tag. Die Reserven werden auf 47 Mrd. Barrel geschätzt.

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