1300 nahmen Abfindungsangebot an
Siemens kommt bei SBS voran

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sieht sich beim Umbau von SBS auf dem richtigen Weg. Über ein Abfindungsangebot habe man bereits mehr als die Hälfte des im Inland geplanten Stellenabbaus bei seinem verlustreichen IT-Dienstleister vollzogen.

HB MÜNCHEN. „Wir sind bei unseren Personalabbau-Zielen und der Prozessoptimierung im ersten Quartal gut vorangekommen“, sagte Kleinfeld am Donnerstag in München. Siemens habe ein gutes Stück der Restrukturierung hinter sich, sei aber noch nicht am Ziel. „Wir werden daran gemessen, ob wir unsere Hausaufgaben sorgfältig erledigen.“ Siemens habe einen Teil der Wegstrecke noch vor sich. Wie viel Geld Siemens noch in die Sanierung der beiden Problemsparten SBS und Com stecken will, bleibt weiter unklar.

„1300 Mitarbeiter haben das Angebot angenommen“, sagte der Siemens-Chef am Rande der Hauptversammlung am Donnerstag in München weiter. Siemens will bei SBS im Inland rund 2400 Stellen streichen, im Ausland ist der Abbau von weiteren 3000 Arbeitsplätzen vorgesehen. SBS war im ersten Quartal der einzige Geschäftsbereich von Siemens, der rote Zahlen erwirtschaftete. Siemens will die Kosten der Sparte bis 2007 um 1,5 Mrd. Euro senken. Auch dabei sei man gut vorangekommen, sagte Kleinfeld.

Unterdessen betonte Heinrich von Pierer, er stehe nicht als Aufsichtsratsvorsitzender bei VW zur Verfügung. Er habe nicht die für das Amt notwendigen Kapazitäten, sagte der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende am Donnerstag in München. Er wolle aber einfaches Aufsichtsratsmitglied bei der Volkswagen AG bleiben. Pierer war von verschiedenen Anteilseignern ins Gespräch gebracht worden. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch tritt im Frühjahr 2007 von seinem Posten ab.

Von Pierer hat sich zudem für einen Verbleib von Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann im Aufsichtsrat des Technologiekonzern ausgesprochen. Ackermann stehe Siemens weiter als Aufsichtsrat und Mitglied des Präsidiums zur Verfügung, und er begrüße dies ausdrücklich, sagte von Pierer auf der Hauptversammlung. „Herr Ackermann ist mit seinen internationalen Erfahrungen ein wertvolles Mitglied und Ratgeber des Aufsichtsrates“, ergänzte er.

Von Pierer wies Gegenanträge von einigen Aktionären zurück, die wegen des Mannesmann-Verfahrens einen Rückzug Ackermanns aus dem Gremium oder zumindest aus dem Präsidium gefordert hatten. Ackermann muss sich mit anderen Managern erneut vor Gericht wegen der Millionen-Abfindungen für Mannesmann-Manager im Zuge der Übernahme des Konzerns durch Vodafone verantworten. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte Ackermann, dem früheren Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk und dem ehemaligen IG-Metall-Vorsitzenden Klaus Zwickel Untreue attestiert.

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